Wie reinige ich eine Pfeife nach dem Rauchen? Cigarworld Basics

Muss man über so etwas Selbstverständliches wie das Säubern der Pfeife nach dem Rauchen berichten? Wenn man die Fragen betrachtet, die wir immer wieder per E-Mail und Social Media-Plattformen bekommen glauben wir schon, dass dies nötig ist.

Außerdem gibt es immer wieder Einsteiger, die sich fragen: „Wie mach‘ ich das mit den Putzdingern?“

Aber auch alteingesessenen Pfeifenrauchern kann dieser Beitrag eine kleine Erinnerung sein. Wer so seine Pfeifen jedes Mal nach dem Rauchen reinigt, muss übrigens nicht zu „härteren Mitteln“ greifen und braucht seine Pfeifen weder mit Alkohol noch mit Ozon zu malträtieren. Diese Reinigung ist vollkommen ausreichend, damit man ein Leben lang Freude an seinen Pfeifen hat.

Zunächst müssen Sie natürlich die Asche und unverbrannte Tabakreste aus der Tabakkammer entfernen. Nehmen Sie dazu den Räumdorn Ihres Pfeifenstopfers, lösen und rühren Sie die Aschereste um und kippen Sie den Pfeifenkopf in einen Aschenbecher. Vermeiden Sie das Ausklopfen, weil Sie sonst den Kopfrand beschädigen.

Dann nehmen Sie sich die Pfeife in beide Hände und drehen das Mundstück sorgfältig vom Holm der Pfeife. Es ist übrigens egal in welcher Richtung Sie das Mundstück drehen, solange Sie es immer in dieselbe Richtung bewegen.

Nun führen Sie einen Pfeifenreiniger ein paar Mal durch den Rauchkanal des Mundstücks. Auch hier spielt es keine Rolle, in welcher Richtung Sie damit anfangen. Achten Sie auch darauf, die Fächerbohrung am Biss zu reinigen, sowie die Vorderseite des Zapfens.

Als weiteren Schritt nehmen Sie sich einen weiteren Pfeifenreiniger und ziehen ihn ein paar Mal durch den Rauchkanal im Pfeifenkopf. Auch hier, bitte nicht mit roher Gewalt. Der Metalldraht könnte die Tabakkammer beschädigen.

Des Weiteren knicken Sie einen Pfeifenreiniger und reinigen damit die Zapfenbohrung im Holm der Pfeife. Dies ist ein Detail das gerne vergessen wird. Vor allem für Filterraucher ist dies ein wichtiger Schritt, da sich bei Filterpfeifen an dieser Stelle besonders viel Kondensat sammelt. Wird dieser Bereich nicht ordentlich gesäubert, kann man die Pfeife irgendwann nicht mehr bündig mit dem Mundstück verbinden und ein Spalt zwischen Holm und Mundstück entsteht.

Einen ähnlichen Arbeitsschritt führen Sie auch im Zapfen am Mundstück aus. Pfeifenreiniger knicken und das Innere des Zapfens reinigen.

Schließlich knickt man einen Pfeifenreiniger und entfernt hängen gebliebene Tabakreste und Asche aus der Tabakkammer. Danach am besten noch einmal Pfeifenkopf ausschütten, Mundstück wieder auf die Pfeife drehen und einmal durchpusten.

Zu guter Letzt noch ein Tipp, wie man den Schmauchrand am Pfeifenkopfrand sauber bekommt bzw. gar nicht erst entstehen lässt. Dazu gibt es verschiedene Methoden, die je nach persönlichem Geschmack angewendet werden können. Die Methode, die am überraschend effektivsten ist, hat man quasi immer dabei. Dafür befeuchtet man einen Pfeifenreiniger mit etwas Speichel und reibt mit dem feuchten Pfeifenreiniger über die verschmutzen Stellen. Speichel enthält Enzyme, die sehr gut reinigen. Wer dies nicht möchte, kann gerne Baby-Feuchttücher ausprobieren (die Paraffinöl enthalten) oder spezielles Reinigungsfuid von Denicotea.

Danach ist der Pfeifenkopf wieder einwandfrei sauber.

Viel Spaß beim Anwenden!

Das Stanwell Jubiläumsset 1942-1992. 50 Jahre Stanwell.

Es wenig gibt einzelne Artikel, die wir hier in aller Ausführlichkeit vorstellen. Dafür muss es wirklich schon etwas Außergewöhnliches oder besonders Seltenes sein. Dies trifft in jedem Fall beides auf diesen wahr gewordenen Traum von Stanwell-Sammlern zu.

Stanwell Jubiläumsset von 1992 50th Anniversary 1942-1992 (6 Pfeifen)

Wir haben die Möglichkeit genutzt und konnten aus Privatbesitz dieses Kleinod der Manufakturpfeifenproduktion in Dänemark ergattern. Ein seltenes Set, bestehend aus sechs Pfeifen mit Schatulle, das zum 50-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 1992 in geringer Stückzahl auf den Markt kam.

Uns waren ähnliche Sets bekannt, die man selten auf dem Sammlermarkt sah. Aber entweder hatten die Pfeifen einen anderen Farbton, waren weniger schön gemasert, hatten ein herkömmliches Ebonitmundstück oder waren ohne Filterbohrung.

Das einmalige an diesem Set ist also die äußerst seltene Kombination aus Super Maserung + seltener Farbton + Cumberlandmundstück + 9mm Filterbohrung. Wir sehen das so tatsächlich das allererste Mal. Die Cumberlandmundstücke waren übrigens immer handgeschnitzt bei Stanwell.

Hinzu kommt, dass die Schatulle ebenfalls in ganz hervorragendem Zustand ist. Neben jedem Modell ist vermerkt, wer es für Stanwell designed hat. So sind berühmte Namen von Jess Chonowitsch, Sixten Ivarsson und Anne Julie aufgeführt.

Natürlich haben wir alle Pfeifen noch einmal vom Fachmann polieren lassen, sodass sie nun wieder einen schönen Carnaubaglanz haben.

So ist dieses Set mit Sicherheit nicht nur ein tolles Sammlerstück, sondern jede Pfeife kann – wenn man das möchte – natürlich auch geraucht werden.

Aber auch diejenigen, die dieses außergewöhnliche Stück „nur“ in der Vitrine belassen wollen, können mit Sicherheit damit rechnen, dass dieses Set so schnell kein zweites Mal auf dem Markt auftaucht.

Wenn Ihr Interesse geweckt ist, sollten Sie daher nicht allzu lange warten. Die Gelegenheit ist einmalig.

STG die Zweite: Lieferschwierigkeiten setzen sich fort.

Wir haben in unserem ersten Beitrag über die Scandinavian Tobacco Group und die Pfeifen-Problematik bereits darüber am Rande berichtet.

Abgesehen von nicht mehr verfügbaren Pfeifen gehen die Lieferschwierigkeiten auch auf so beliebte Produkte wie Peterson (ehem. Dunhill) Early Morning Pipe, My Mixture 965, Connoiseur’s Choice, Stanwell Aktivkohlefilter und zahlreiche Zigarillosorten über, die man sonst an jeder Tankstelle oder Lottobude finden konnte.

Auch hier hört man sehr wenig zu der Problematik. Dahinter sollen wohl Rohstoffengpässe bei Verpackungsmaterialien stecken, die man aus Fernost bezieht. Mal fehlt ein Dosenaufkleber, mal eine Einlege-Pappe, dann eine Dose. Zum Glück scheint es aber keinen Engpass bei den Tabakprodukten an sich zu geben.

Dennoch, für die Fachhändler bedeutet dies derzeit teilweise ganz erhebliche Umsatzeinbußen. Der Early Morning Pipe war im Jahr 2021 in unserer Top 10-Liste, das ganze Jahr über auf dem zweiten Platz, was die Verkaufszahlen betrifft. Auf so ein Top- Produkt zu verzichten, muss sich also zwangsläufig bei den Zahlen bemerkbar machen.

Analog dazu müsste man sich mal vorstellen, was im Getränke- und Lebensmitteleinzelhandel los wäre, wenn Cola Light auf einmal wochenlang nicht lieferbar wäre…

Im Februar soll allerdings wieder Nachschub kommen. Ob dies auch wirklich eintritt, wird nur die Zeit zeigen.

Hinzu kommen immer wieder Abkündigungen etablierter Sorten (z.B. Peterson Sherlock Holmes Pfeifentabak oder University Flake), die einen sehr verwundert zurücklassen.

Überspitzt ausgedrückt scheint es, als ob das Unternehmen neben unverschuldeten Problemen sich auch noch selbst Steine in den Weg legt.

Die Lieferproblematik bei den Aktivkohlefiltern hat allerdings andere Gründe. So hat das Unternehmen, das für die Produktion der Filter bisher zuständig war, den Vertrag aus Kapazitätsgründen gekündigt. Also ist man derzeit hektisch auf der Suche nach einem neuen Lieferanten. Ob und wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann ist leider völlig unsicher.

Kurzum: Wir haben im Moment mit der Scandinavian Tobacco Group wenig zu lachen. Auch wenn jeder Mitarbeiter des Unternehmens versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Diese Mitarbeiter haben natürlich auch nicht viel zu lachen. Jedenfalls dürfte bei der Vorlage des Jahresergebnisses klar sein, woher die Umsatzeinbrüche kommen.

Für Sie als Pfeifenraucher bedeutet dies, dass Ihre Geduld vielleicht noch einige Zeit auf die Probe gestellt wird. Bei manchen Sorten wird man sich auch nach Alternativen umschauen müssen. In diesem Fall ist es gut, dass es noch (oft familiengeführte) Unternehmen gibt, mit denen man zuverlässig zusammenarbeiten kann. Diese Zusammenarbeit werden wir zukünftig noch verstärken.

Jürgen Moritz: Feine Freehands seit zwanzig Jahren. Und jetzt auch bei uns!

Pfeifen von Jürgen Moritz-> Hier: Jürgen Moritz Freehands

Jürgen Moritz aus Mönchengladbach gehört nun seit gut zwanzig Jahren zum Kanon etablierter deutscher Pfeifenmacher. Mich hat das überrascht, denn im Hinterkopf hatte ich ihn noch immer als „neu und aufstrebend“ abgespeichert. Sicher ein Zeichen des eigenen Älterwerdens. Auf der anderen Seite aber sicher auch Zeichen dafür, dass er immer noch als Geheimtipp gilt.

Der Grund dafür liegt sicher auch darin, dass Jürgen nicht immer sein ganzes Engagement dem Pfeifenbau widmen konnte. Zunächst ist er im Hauptberuf Sozialpädagoge, das Pfeifenmachen muss hin und wieder hinten anstehen. Zum anderen hat er einen größeren Umzug hinter sich und musste seine Werkstatt erst wieder neu aufbauen. Nun ist er aber wieder „da“, und man sieht, dass er regelmäßig seine Arbeit auf Social Media Plattformen hochlädt.

Auch diejenigen von Ihnen, die gerne auf Pfeifenmessen und Treffen gehen (jetzt: gingen) dürften Jürgen Moritz kennen. Er war dort oft anzutreffen. Häufig im „Doppelpack“ mit seinem Sparringspartner Frank Axmacher. Aber auch sonst ist Jürgen ein geselliger Mensch, der den Austausch sucht. Besonders mit seinen Pfeifenmacher-Kollegen.

Das Thema Pfeife hat ihn sehr früh schon begeistert. Schon als 13-Jähriger hat er seine ersten Pfeifen vor seiner Mutter im Nachtschränkchen versteckt. Später hat er Urlaubsreisen „zufällig“ so gelegt, dass sie sich gut mit seiner Leidenschaft für Pfeifen verbinden ließen, um auf dem Weg ein paar Pfeifenläden zu plündern.

Als 2001 seine Tochter geboren wurde, setzte bei Ihm ein Denkprozeß ein. Was will ich in meinem Leben noch erreichen? Pfeifen bauen, lautete die Antwort, und seitdem war nichts wie bisher. Als er 2004 seine Erstwerke Sammlern zeigte, bekam er positives wie auch negatives Feedback. Er suchte fortan den Kontakt zu anderen Pfeifenmachern, um von ihnen zu lernen, und war lange Zeit in intensivem Kontakt zu Cornelius Mänz. Außerdem hatte er 2009 die Gelegenheit, eine ganze Woche lang mit Tom Eltang in seiner Kopenhagener Werkstatt zu arbeiten.

Eine große Quelle der Inspiration war für Jürgen immer wieder der Besuch der Pfeifenmesse in Chicago. Er bezeichnet es als „Disneyland für Pfeifenverrückte“.

Seine Pfeifen konnte er in der Zwischenzeit bei einigen Fachhändlern in Japan, Schweden, Dänemark und Deutschland unterbringen.

Dies war eine sehr intensive Zeit, denn er arbeitete zeitweise als Pfeifenmacher in Vollzeit. Aber er bemerkte auch, das Spaß und Inspiration darunter litten, Pfeifen machen zu „müssen“. So ist er heutzutage also wieder Pfeifenmacher in Teilzeit, aber mit deutlich mehr Spaß und Kreativität.

Da Jürgen Moritz selbst leidenschaftlicher Pfeifenraucher ist, kann er sich sehr gut mit den Vorzügen oder Nachteilen von verschiedenen Shapes auseinandersetzen. Und im Laufe der Zeit hat sich ein Lieblingsshape herausgebildet, lesen wir ihn hierzu selbst:

Ich habe mich an vielen Formen ausprobiert und tue das auch immer noch. Aber ich habe eindeutig eine Lieblingsform: Billard – und die in allen Ausprägungen. Klassisch, Brandy, Pot-Billard. Mit Bambus-Applikationen, aus Horn, Buchs, Bein, Geweih, Knochen, muss nur stimmig sein. Bedingt durch die Klarheit der Form, kann man hier auch fast alles falsch machen und es lässt sich nicht verbergen!!!……Weniger ist mehr!“……

Und was aus seiner Werkstatt kommt, hat den Namen „hochwertige Freehandpfeife“ wahrlich verdient. Harmonische Shapes, die überwiegend dem klassischen Formenkanon entsprechen – aber auch die dänische Art, diese zu interpretieren, berücksichtigen.

Die Pfeifen sind absolut toll gearbeitet, exakt verschachtelt, wundervoll gemasert und ausdrucksstark sandgestrahlt – natürlich im eigenen Sandstrahlkabinett.

Außerdem fällt auf, dass die Mundstücke sehr dünn geschliffen sind. Gemacht von einem, der die Pfeife selbst gern zwischen den Zähnen trägt, und so eher leichtere Pfeifen bevorzugt.

Ob mit oder ohne Filter ist für Ihn keine Frage der Grundanschauung, aber durchaus eine Frage der Gestaltungsfreiheit. Da er überwiegend leichtere Pfeifen baut, haben die meisten Pfeifen keinen Platz für eine 9mm-Bohrung. Doch in größeren Pfeifen sieht man auch hin und wieder 9mm-Bohrungen. Wir haben jedenfalls 9mm-Filterpfeifen von Jürgen Moritz im Sortiment.

Zum Thema Tabak ist Jürgen Moritz übrigens breit gefächert aufgestellt. Er raucht überwiegend Virginias, sein alter Stammtabak ist Orlik Golden Sliced. Aber auch Tabake im Lakeland-Stil oder dezentere Latakia-Blends sind seine Sache. Zum Thema Lieblingstabak schreibt er übrigens noch folgendes:

Aber Lieblingstabak ist immer so eine Sache, eigentlich immer der, der gerade am häufigsten in der Pfeife ist und das ist eindeutig der „Pipe Republic Three Quid“

Das freut uns natürlich!

Abschließend freuen wir uns, dass wir nun Pfeifen von Jürgen im Sortiment haben. Wir wünschen uns sehr, dass sich unsere Begeisterung im Kundenzuspruch wiederfindet.

 

 

Quo Vadis STG? Was passiert mit Stanwell Pfeifen?

Zum nahen Ende des Jahres wird die Scandinavian Tobacco Group (nachfolgend STG) in Deutschland den Vertrieb von Pfeifen einstellen. Das ist an sich keine neue Information, denn dies wurde schon Mitte 2021 bekannt. Für Pfeifenraucher wie den Fachhandel keine gute Neuigkeit, denn Stanwell Pfeifen haben „trotz allem“ noch immer einen guten Ruf, treue Käufer und echte Fans. Für uns Fachhändler machen Stanwell Pfeifen einen guten Anteil des Pfeifenumsatzes aus. Auf den man nur ungern verzichtet.

Und so dachten sich „Die Fachhändler“, dass die Marke schon von jemanden übernommen werden wird. Nachdem die Pfeifen schon seit fast zehn Jahren nicht mehr in Dänemark produziert werden, sollte es ja ein leichtes sein, den Vertrieb einer anderen Organisation zu übertragen oder gar die Markenrechte zu veräußern.

Doch nichts ist in der Zwischenzeit passiert. Es ist weder klar ob Stanwell-Pfeifen generell nicht mehr von der STG vertrieben werden – und so eventuell in Dänemark bestellt werden könnten – oder ob der Vertrieb möglicherweise einem anderen Unternehmen übertragen wird. In diesem halben Jahr zwischen Ankündigung und tatsächlicher Aufgabe des Vertriebs hat sich offenbar niemand um die Problematik gekümmert. Als Konsequenz dürfen STG-Mitarbeiter in Deutschland nun das Wehklagen der Fachhändler ertragen. Auch sie haben keine Antworten, und keinerlei Informationen. Sie müssen dieses Informationsdefizit irgendwie dem Kunden klarmachen. Und wir ziehen unseren Hut vor so viel Geduld und stoischer Ruhe der Mitarbeiter.

Zwar hatten sich zwischenzeitlich renommierte Unternehmen aus dem Bereich Pfeife um eine Übernahme bemüht, doch Gespräche wurden abgeblockt, vertagt und völlig aus der Luft gegriffene Summen in den Raum geworfen. Auch Vermutungen über bisher nicht in Erscheinung getretene amerikanische Investoren wurden geäußert.

Dies alles verlor sich aber im Nichts – und in diesem Nichts hängen wir bis jetzt. Offenbar hängt ein großer Teil damit zusammen, dass ein wichtiger dänischer „Strippenzieher“ überraschend das Unternehmen verlassen hatte. Dennoch gibt es für solche Fälle in den allermeisten Unternehmen einen „Plan B“. Notfalls muss die Geschäftsführung selbst anstehende Entscheidungen treffen.

Für die Kunden der STG hängen Umsätze an dieser Entscheidung. Wir fragen uns, ob das nicht gesehen, nicht gehört oder einfach ignoriert wird. Abgesehen davon – denn auch davon müssen wir als „Überzeugungstäter“ sprechen – steht ein gehöriges Maß an Markentradition, Pfeifenkultur und Bekanntheitsgrad der Pfeife an sich auf dem Spiel.

Denn die Alternative wäre wohl nur, dass man eine gut eingeführte Marke einfach sterben lässt. Nur was hätte die STG davon? Aus irgendwas muss man wohl den Tabak rauchen können, den der größte Pfeifentabakhersteller der Welt in Assens herstellt.

Wir können nur an das Unternehmen (übrigens eine Aktiengesellschaft) appellieren, zügig Entscheidungen zu treffen. In seinem eigenen Interesse. Denn der Unmut im Fachhandel zur Firmenpolitik der STG wächst. Es sei hier nur z.B. das Thema Stanwell-Aktivkohlefilter angerissen, die immer wieder nicht lieferbar sind. Oder immer wieder nicht lieferbare Tabak-Klassiker, die man normalerweise an jeder Lottobude erwartet. Die Zusammenarbeit wird zunehmend schwieriger.

Für den Endkunden, also Pfeifenraucher, bedeutet dies, dass er damit rechnen muss, dass es irgendwann tatsächlich keine Stanwell-Pfeifen mehr geben wird. Wir hoffen es nicht, aber die Möglichkeit besteht. Und bisher stehen die Zeichen genau auf dieses Szenario. Wir versuchen uns zwar etwas zu „wappnen“, und unsere Bestände noch aufzustocken. Doch lieber hätten wir eine gesicherte Versorgung.

Wer also mit dem Gedanken spielt, sich eine Stanwell anzuschaffen, sollte nicht allzu lange warten.

Natürlich, auch andere Mütter haben schöne Töchter. Deswegen ist aus Pfeifenrauchersicht Panik völlig unangebracht. Vor allem, wenn man gerade in jüngster Zeit so gut gemachte Manufakturware wie z.B. von Barling oder Vauen bekommt.

Dennoch, hoffen wir das Beste! Dass die STG die Marke an einen fachkundigen Ansprechpartner gibt, der im Interesse der Kundschaft der STG handelt.

 

Alle guten Dinge sind drei! Pipe Republic Three Quid ab sofort erhältlich.

Nach unseren One Quid und dem Two Quid ist nun auch endlich der Three Quid erhältlich. Natürlich ist er bei unseren Pipe Republic Tabaken zu finden: Three Quid.

Damit schließen wir vorerst unsere Reihe von Editionstabaken ab, sind aber dennoch gespannt, was die Zukunft bringt. Wie auch die anderen „Quid“-Tabake davor kommt der Three Quid von Unitas, der deutschen Depandance von Mac Baren. Und wir wissen, dass sich dort gerne etwas eingefallen lassen wird.

Der Vorrat an Three Quid sollte auch eine Weile reichen, denn anders als bei den vorhergehenden Tabaken haben wir 970 Dosen erhalten. Diese dürften eine Weile reichen.

Der Three Quid hat mit seinen Vorgängern gemeinsam, dass es ebenfalls ein „Twist“ oder Curly Cut ist. Aber er unterscheidet sich erheblich durch seine Mischungsbestandteile sowie die Aromatisierung. Außerdem hatte er die Chance, gut 3-4 Jahre zu reifen, was ihm sehr zugute gekommen ist.

Er besteht aus Virginia, Burley, Kentucky und Perique – und ist zudem mit einer Art „Kräutersoße“ aromatisiert, die man sonst eher von traditionellen Tabaken aus Großbritannien kennt. Aber nein, ein Lakelandaroma ist es auch nicht. Es erinnert eher an Küche und Kulinarik als an Seife und Mottenkugeln.

Die Reifezeit hat den Twist zusätzlich nachdunkeln lassen und die Tabake miteinander harmonisiert. Nichtsdestotrotz haben der Burley und der in relativ großzügiger Dosierung vorhandene Perique großen Anteil daran, dass der Three Quid zu den komplexeren Vertretern seiner Gattung gehört.

Das Grundthema ist aber ein sehr pikanter und ausgewogener Wohlgeschmack, der sich wahrscheinlich eher als „Umami“ kennzeichnen lässt.

Vom Feuchtigkeitgehalt ist er erfreulicherweise eher zurückhaltend, ein vorheriges Trocknen vor dem Rauchen ist eigentlich nicht nötig.

In der Pfeife bildet sich entsprechend kaum Kondensat, und die Umami-Würze kommt voll heraus. Seine Kraft ist allerdings nicht zu unterschätzen. Ich bezeichne ihn als „gut Medium“, aber etwas sensiblere Pfeifenraucher könnten ihn auch als „kräftig“ empfinden. Vor allem zum Ende der Pfeife hin.

Erdigkeit, Leder, etwas Kakao und Schokolade, sowie eine Pfeffernote und Rauchigkeit sind bemerkbar. Dies alles aber hintergründig, kein Bestandteil ist zu dominant. Wäre der Tabak jünger, wurde man hier wahrscheinlich von seinen „Ecken und Kanten“ sprechen. Diese haben ihm die Zeit aber mittlerweile etwas abgewetzt.

Alles in allem können wir sehr zufrieden sein, dass die „Quid-Reihe“ mit dem Three Quid abgeschlossen wird. Denn meiner Meinung nach ist dies der Beste der dreien. Reif, vollmundig, ausgewogen, dabei aber sehr komplex und vielschichtig.

Tabac Benden ist übrigens der einzige Händler in Europa, der diese Mischung anbietet.

Wer sollte sich also ein paar Dosen des Three Quid sichern?

Im Prinzip jeder, der sein Herz bei naturnahen Tabaken hat. Jeder der Vintage-Tabake mag, jeder, der sich noch erinnern kann wie z.B. der alte Three Nuns geschmeckt hat oder Samuel Gawith Tabake vor der Zusammenführung mit Gawith & Hoggarth. Jeder, der eine gute Rinderbrühe wertschätzt und das Steak dem Stück Schwarzwälder Kirschtorte vorzieht.

Haben Sie viel Freude mit dem Three Quid. Ein wahrhaft würdiger Begleiter für die Weihnachtszeit und darüber hinaus.

 

Gastautor Willi Albrecht: „Der Umstieg“ – Wie ich zum Pfeiferauchen ohne Filter fand

Hin und wieder ergibt sich für uns die Möglichkeit, einen Gastautor für unseren Blog zu gewinnen. Diesmal ist es uns bei Willi Albrecht gelungen. Willi Albrecht begleitet die Pfeifenszene seit Jahrzehnten und war an vorderster Front, als sie sich Ende der 90er Jahre im Internet zusammenfand. Er hat selbst lange Zeit eine Homepage mit Forum zum Thema gestaltet, und viele interessante Artikel verfasst. Viele kennen und schätzen ihn. Außerdem ist er Pfeifenfotograf allererster Güte.

 

Willi nimmt uns mit zu Szenen, die ihm das Pfeiferauchen ohne Filter nahebrachten. Es war fast ein Versehen. Vielleicht findet der eine oder andere Inspiration und Anregungen bei seinen Ausführungen:

Der Umstieg

Willi Albrecht

Im zarten Alter von 20 Jahren besorgte ich mir meine erste Pfeife und, ich weiß es noch wie heute, einen Beutel Clan, weil „Clan-Raucher müsste man sein“. Erwartungsvoll stopfte ich mir die riesige Oohm Poul bis zum Rand voll, zündete sie erwartungsvoll mit mächtigen Zügen an und warf alles 5 Minuten später in die Ecke. Meine Zunge war zum Lederlappen mutiert und irgendwie entwickelte das Zimmer ein Eigenleben und drehte sich um mich.

 

Irgendwann erfuhr ich zufällig, dass es auch Pfeifen mit einer größeren Bohrung gäbe, in die ein Filter gesteckt würde, der all die Schmerzen und Schwindelgefühle erfolgreich bekämpfen und der in 99% aller Pfeifen sitzen würde. Na prima, und gerade ich musste eine Pfeife aus diesem 1%-Anteil erwischen.

 

Ich gab mir also noch einmal einen Ruck, lief zum Kiosk, diesmal allerdings schon als Fachmann, und verlangte nach einer 9 mm-Filter-Pfeife. Jetzt erwarb ich eine Dublin, auch äußerlich sollte sie sich von dem letzten Tabakkocher unterscheiden.

 

Den Clan fand ich noch in einer Schublade, füllte ihn voller Hoffnung in die Pfeife, lehnte mich zurück und ergab mich erbarmungslos dem zweiten Selbstversuch.

 

Was war das? Das Beißen auf der Zunge blieb aus, ja der Tabak schmeckte irgendwo sogar nach mehr als nach trockenem Gras und ich rauchte Pfeife und bildete mir ein glücklich und entspannt zu sein. Die Zungenmutation setzte diesmal nach ungefähr einer Viertelstunde ein, doch das Zimmer blieb ruhig.

 

Von diesem Zeitpunkt an rauchte ich immer mit einem Kohlefilter zwischen meiner Zunge und dem glühenden Tabak und war glücklich damit. Natürlich versuchten mir andere Pfeifenraucher klarzumachen, dass wahrer Tabakgenuss nur ungefiltert möglich sei, doch tapfer blieb ich auf meinem eingeschlagenen Weg und lachte über diese Ignoranten, die immer mit verbrannter Zunge durch ihr Leben gingen und nichts von den schönen und angenehmen Seiten des Lebens verstanden.

 

Eines schönen Tages betrat ich den Laden meines Tabakhändlers. Pfeifenreiniger und eine 200er Packung Kohlefilter sollten es sein, sonst eigentlich nichts. Doch das Schicksal schlug wie so oft erbarmungslos und unerwartet zu. In diesem Fall in Form einer edlen Straight Grain, von einem bekannten dänischen Pfeifenmacher in Handarbeit gefertigt. Für mich gefertigt. Ich konnte sie einfach nicht mehr aus der Hand legen.

 

Als ich sie zur Ladentheke brachte und zitternd meine Kreditkarte zückte, brach die Welt unter mir zusammen und wie aus weiter Ferne hörte ich die Stimme meines Händlers: „Die ist aber ohne Filter!“ Was? Meine Knie wurden weich, ich krallte mich in die Theke, das konnte doch nicht wahr sein. Der Holm war umfangreich genug um einen Filter aufzunehmen, sie stand zwischen 5 anderen Filterpfeifen, der Däne macht doch auch welche mit. Es half nichts, sie hatte die Normalbohrung, unmöglich dort einen Filter reinzustecken, wie ich wie durch Nebel erkennen konnte.

 

„Na und?“ Hatte ich das jetzt gesagt? Wie, was? „Prima, dann probier es doch mal aus, wirst sehen, das klappt.“ Zu spät, kein Zurück mehr. Mein Pfeifenhändler, der vor fünf Minuten noch mein Freund war, hatte die Kreditkarte schon durchgezogen, der Automat ratterte und ich besaß eine filterlose Edelpfeife.

 

Später im Auto wurde mir erst der ganze Umfang meiner schändlichen Tat bewusst. Sie würde mir nie schmecken, ein unwürdiges Dasein im Pfeifenschrank fristen und mich auf ewig an meine Dummheit erinnern.

 

Zuhause angekommen, beschloss ich tapfer wie ich nun mal bin, ihr wenigstens eine kleine Chance zu geben. Ich füllte sie zur Hälfte mit meinem Lieblingsvirginia, der mir als leicht und zungenfreundlich bekannt war, und zündete sie an. Die ersten Züge erinnerten mich direkt an mein Jugenderlebnis und ich wollte das Experiment schon abbrechen. Doch dann fiel mir ein, dass man ohne Filter einen geringeren Zugwiderstand hat und stopfte den Tabak vorsichtig während des Rauchens fester. Bei diesem Druck wäre eine Filterpfeife schon hoffnungslos verstopft gewesen, aber hier schmeckte es plötzlich besser und vor allem milder auf der Zunge.

 

Dann erinnerte ich mich noch, irgendwo gelesen zu haben, dass man ohne Filter ruhiger und nicht so kräftig ziehen sollte, um die Pfeife nicht zu überhitzen. Auch das setzte ich gleich in die Tat um und wunderte mich, dass der Tabak bei diesem langsamen, vorsichtigen Rauchen nicht erlosch.

 

Als ich später zum ersten Mal meinen Lieblingsflake zum „U“ gefaltet in die Pfeife stopfte, erlebte ich eine neue Überraschung. Endlich konnte man den unzerkleinerten Flake ohne dauerndes Nachfeuern und stochern rauchen und vollkommen genießen.

 

Zurückblickend kann ich sagen, dass ich ungefähr eine Woche mit drei täglichen Pfeifenfüllungen gebraucht habe, um mich an den neuen, intensiveren Geschmack und das andere Rauchverhalten zu gewöhnen. Mittlerweile rauche ich alle Pfeifen ohne Filter, auch meine älteren, die alle eine 9 mm-Bohrung haben. Einen Adapter, der den Querschnitt verringert, benutze ich nicht.

 

Die Bandbreite der verfügbaren Pfeifenmodelle hat sich seit diesem Umstieg natürlich immens erweitert. Pfeifen mit schlanken Bambusholmen z.B. bleiben dem Ofi-Raucher vorbehalten.

Editions- u. Jahrestabake zur Weihnachtszeit. Eine kurze Übersicht.

Kurzmitteilung

Das Angebot an Weihnachts- und Editionstabaken ist mittlerweile unübersichtlich, und kaum ein Pfeifenraucher weiß, was gerade der Markt bietet.

Anders als sonst wollen wir in einer kurzen Aufstellung den „Dschungel“ etwas lichter machen und Ihnen einen Orientierungspunkt geben. Entscheiden Sie selbst, welchen Tabak Sie noch unbedingt probieren müssen.

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Der blau hinterlegte Titel führt direkt zum entsprechenden Tabak. Ein Klick genügt.

1. Pipe Republic Two Quid

Beschreibung: Der Curly-Cut besteht hauptsächlich aus Virginia, Perique und etwas Kentucky. Er bietet mildwürzigen Rauchgenuss für Freunde naturbelassener Tabake. Nur 380 Dosen sind von diesem Blend in Europa verfügbar. Tolles Ageingpotenzial! Daher: Zugreifen, solange es geht!

2. Unitas Anno MMXXI (2021)

Beschreibung: 75 Jahre Unitas (ehem. VEB Unitas Schwerin): 1946 – 2021 Virginia, Burley und Black Cavendish als Loose Cut werden mit einer intensiv fruchtigen Aromatisierung versehen. Vor allem die deutliche Himbeer-Note sticht hervor. Sehr süß, rund und duftend. Nur solange der Vorrat reicht!

3. Unitas Weihnachtstabak 2021

Beschreibung: Eine Mischung aus Black Cavendish, Virginia und getoastetem Burley wird verfeinert mit einem Aroma aus Orangenlikör, Nuss- und Zimtnoten. Nur solange der Vorrat reicht!

 

4. W.O.Larsen Jahrestabak Edition 2022

Beschreibung: Die Kreation aus dem Hause W.Ø. Larsen für das Jahr 2022 besticht durch eine feine Tabakkomposition aus Virginia, Burley und Black Cavendish sowie eine Aromatisierung mit Vanille, Pflaume und Marille. Nur solange der Vorrat reicht.

5. Rattray’s Limited Winter Edition 2021

Beschreibung: Dieses Jahr hat sich der Hersteller bei der Rattray’s Winter Edition 2021 etwas ganz besonderes einfallen lassen. Augenfällig ist dabei der Mischungsspiegel, der wie zu erwarten aus Black Cavendish und Virginia besteht, aber durch einen deutlich wahrnehmbaren Anteil Virginia-Flakestücke aufgelockert wird. So ist kühler Abbrand und langanhaltendes Rauchvergnügen garantiert. Auch die Aromatiserung dürfte bei vielen „ins Schwarze“ treffen. Reife Maraschino- Kirsche lässt diesen Tabak zu einem wahren Hochgenuss für Liebhaber süßer, fruchtiger Tabake werden. Nur solange der Vorrat reicht.

6.  Davidoff Year of the Tiger 2022

Beschreibung: Eine große Portion Latakia wird mit Burley und nur wenig Virginia abgeschmeckt. Eine Tabakmischung, die an sich schon außergewöhnlich ist, wurde nun mit einem feinen Moschusaroma veredelt. Der herb-holzig-süße Duft harmoniert ganz hervorragend mit dem rauchigen Latakia und gibt der Mischung eine Komplexität die Seinesgleichen sucht

7. Charatan No.1

Beschreibung: Viel Black Cavendish wird mit nussigem Burley und etwas Virginia angereichert. Verfeinert wird die Mischung mit einem dezenten Vanille-Flavour, das den Tabakgeschmack ergänzt, aber nicht übertüncht. Nur solange der Vorrat reicht.

8. Kohlhase & Kopp Special Hollywood 2022

Beschreibung: Viel Black Cavendish, Burley, Schnittvirginia sowie etwas Virginia Ready Rubbed werden miteinander gereift und mit edler Aromatisierung versehen. Sie besteht aus Auszügen von Himbeere, Limette und Gin und weiß Liebhaber hochwertiger süßer Tabake sehr zu überzeugen.

 

9. Kohlhase & Kopp Special Year of the Tiger

Beschreibung: Eine Mischung aus Broken Virginia, Loose Cut Burley und Black Cavendish. Veredelt mit dem intensiv-exotischen Aroma von Litschis. Sehr duftig und süß. Nur solange der Vorrat reicht!

 

 

 

Traditionsreiche Tonpfeifen aus dem Westerwald. Ein Verkaufsschlager in den USA. Jetzt auch bei uns!

Schon lange bevor Meerschaum oder Bruyère in der Pfeifenherstellung genutzt wurde, war Ton das vorherrschende Material für die Pfeifenherstellung. Denn als der Tabak aus der „Neuen Welt“ kam, war er ein teures Luxusprodukt, das sich nur sehr wohlhabende Adelige oder Kaufleute leisten konnten. Als der Bedarf an Tabak stieg, wuchsen auch die Begehrlichkeiten der „arbeitenden Bevölkerung“, sich diesem neuen Genußmittel zuzuwenden. Ton schien für Pfeifen das beste Material zu sein, denn es war fast überall verfügbar und es war sehr preisgünstig.

Da der Tabak von England aus seinen europäischen Siegeszug einläutete, waren auch die ersten Tonpfeifenhersteller in England ansässig. Auf dem Kontinent waren es Tonpfeifenbäcker aus den Niederlanden, meist um die Stadt Gouda, die diese Pfeifen kopierten. Die Hersteller benötigten natürlich den Rohstoff, Ton, der in bester Qualität und gar nicht weit entfernt aus dem Westerwald kam. Der Westerwald war im 16/17. Jh. auch unter dem Namen „Kannenbäckerland“ bekannt, denn die Verarbeitung von Ton zu Trinkgefäßen und Geschirr hatte hier eine lange Tradition. So wundert es nicht, dass die Menschen, die Ton in die Niederlande verkauften, sich bald selbst an der Herstellung von Tonpfeifen versuchten. Mitte des 17.Jh. gab es bereits so viele Tonpfeifenbäcker im Westerwald, dass diese politisch gezwungen wurden, sich in einer Gilde zu organisieren. Dies war nicht unproblematisch, denn durch eine Handelsorganisation waren bald die Pfeifen aus dem Westerwald bis nach Amerika bekannt, doch die Händler drückten stark die Preise der Produzenten. So wurde der Beruf des Tonpfeifenbäckers zunehmend unattraktiv und bis in die 1870er Jahre hatten sehr viele ihren Beruf bereits an den Nagel gehängt.

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Nichts desto trotz gab es einige Hersteller die Ihre Nische fanden, und den Betreib aufrechterhalten konnten. Dazu gehörte auch die Familie von Markus Fohr, der uns seit neustem mit Tonpfeifen beliefert. Seine Familie war seit 1816 in der Tonpfeifenherstellung tätig, und dies als Haupterwerbsquelle bis 1978.

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Markus Fohr hat die Produktion seit nun fast 20 Jahren wieder aufgenommen. Mit alten Maschinen und altem Werkzeug, das teilweise zwischen 100 und 200 Jahre alt ist. einige Produktionsgänge wurden aber auch mechanisiert, um wirtschaftlicher arbeiten zu können. Die Formen, die verwendet werden, um den Ton zu pressen sind entweder aus Eisen oder Messing. Dies ermöglicht sehr genaues arbeiten, und eine filigranere Gestaltung der Pfeifen. Viele der heute noch tätigen Tonpfeifenhersteller verwenden hingegen Formen aus Gips.

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Die Herstellung an sich benötigt einige Fingerfertigkeit und Kenntnis der Brenntemperaturen (tatsächlich über 1000 Grad, über mehrere Stunden), der Zusammensetzung des Tons und vieler anderer Dinge. Vieles ist aber Handarbeit, wie zum Beispiel das Durchstechen des Rauchkanals mit Hilfe eines langen Metalldorns. Der Ton selbst wird auch heute noch im Westerwald abgebaut, und überwiegend für technische Keramik genutzt. Er ist bekannt für seine feine, weiße Struktur. Die Tonvorkommen sind über 420-360 Millionen Jahre alt.

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Wenn man über die Struktur des Tons schreibt, sollte man natürlich auch etwas zu den Raucheigenschaften von Tonpfeifen aus dem Westerwald erwähnen. Denn diese sind ganz ausgezeichnet. Was die Raucheigenschaften so ausgezeichnet macht, sind die ganz hervorragenden Saugeigenschaften. Flüssigkeit, Tabaksäfte, Kondensate werden sehr gut vom Ton absorbiert. So sind Lesepfeifen (Churchwardens) aus Ton besonders sinnvoll. Denn im Gegensatz zu den Lesepfeifen aus Bruyere sottern sie nicht. Außerdem hat der Ton aufgrund seiner Struktur einen Kühleffekt. Wenn Sie also Lesepfeifen mögen, sollten sie unbedingt einmal eine Tonpfeife ausprobieren. Natürlich fasst man Tonpfeifen während des Rauchens nicht am Kopf, sondern am Holm an.

Tonpfeifen werden allerdings nicht im klassischen Sinne mit Pfeifenreiniger gereinigt. Dies gilt zumindest für die Pfeifen, die aus einem Stück bestehen. Man legt sie vielmehr mitten in ein Kamin- oder Lagerfeuer, und lässt sie „mitbrennen“. Keine Sorge, die Pfeife an sich nimmt keinen Schaden, aber sämtliche Rückstände verbrennen, und aus dem Feuer kommt eine vollkommen weiße Pfeife.

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Markus Fohr beging mit seiner Marke „Old German Clay Pipes“ aber auch etwas weniger ausgetretene Pfade und stellt auch Tonpfeifen mit Ebonitmundstücken oder Hornspitzen her. Diese auch in „herkömmlicher Länge“, die man auch z.B. völlig pProblemlos beim Schreiben am Rechner oder beim Spazierengehen rauchen kann. Der Tabak schmeckt übrigens besonders pur und unverfälscht, mit keinerlei Nebengeschmack. Besonders Virginias oder Orient-Mischungen gefallen mir persönlich gut aus Tonpfeifen.

Den Namen „Old German Clay Pipes“ hat Markus Fohr übrigens durch seine enge Zusammenarbeit mit Händlern in den USA geprägt, ausgehend von einigen Ausstellungen auf der Chicago Pipe Show. Seine Pfeifen sind dort – anders als hierzulande – fast jedem Pfeifenraucher ein Begriff. In Deutschland hat er keine Fachhändler, die seine Pfeifen im Sortiment haben. Abgesehen von RBA-Großhändler die hin und wieder ein Modell bei ihm bestellen. So verwundert es nicht, dass es tatsächlich einige Pfeifenfreunde gab, die seine Pfeifen in den USA bestellten. Obwohl sie eigentlich 20km von Montabaur wohnten. Dennoch scheint es in den USA viele Pfeifenraucher zu geben, die traditionsreiche deutsche Handwerkskunst schätzen.

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Wer sich das Sortiment bei unseren „Old German Clay Pipes“ anschaut, wird bemerken, das sich darunter zwei „Antik“-Pfeifen befinden, die dunkel gefärbt sind. Und auf Facebook kamen schon Mutmaßungen auf, das es sich doch nur um eine Namensgebung handeln könne. Doch diese Pfeifen sind tatsächlich „antik“, denn sie stammen tatsächlich aus dem Zeitraum zwischen 1880-1890. Dies lässt sich so genau eingrenzen, da die Pfeifen u.A. mit Zeitungspapier eingeschlagen wurden, auf denen sich die Erscheinungsdaten finden. Die Pfeifen wurden gefunden, als ein bislang unbekannter Bereich des Kellers entdeckt wurde. In dem war Brennholz gelagert. Nachdem das Brennholz nach und nach aufgebraucht wurde, fand Markus Fohr vernagelte Kisten mit eben erwähnten enthaltenen Pfeifen. So hat man als Pfeifenraucher heutzutage tatsächlich noch die Chance, über hundert Jahre alte Pfeifen neu zu kaufen.

Sie finden die Pfeifen bei uns im Shop: Old German Clay Pipes

Wenn Sie sich die Namensgebung der Pfeifen anschauen, werden Sie feststellen, das sie allesamt nach Städten und Ortschaften sowie Stadtteilen in und um Montabaur benannt sind. Wir finden, besser können wir die traditionsreiche Herkunft dieser Pfeifen nicht würdigen.

Auch wenn uns das „Versand-Handling“ und die Logistik von Tonpfeifen vor Herausforderungen gestellt haben, freuen wir uns sehr, dass wir als einziger deutscher Händler „Old German Clay Pipes“ im Sortiment haben. Wenn auch Sie ein Gespür für Tradition, „Antennen“ für authentische Produkte haben und Tabak nach alter Väter Sitte probieren möchten, versuchen Sie eine Tonpfeife. Es ist ein wahrer Genuß!

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Geschenke für den Pfeifenraucher zur Advents- und Weihnachtszeit

Zur Advents- und Weihnachtszeit stellt sich immer wieder die Frage nach geeigneten Weihnachtsgeschenken für Pfeifenraucher. Vielleicht möchte man sich auch selbst einmal beschenken.

Deswegen möchten wir Ihnen in diesem Beitrag ein paar Ideen und Inspirationen mit auf den Weg geben, denn die Hersteller haben sich dieses Jahr wieder einiges einfallen lassen. Und auch wir haben uns etwas einfallen lassen. 2021 stellen wir das erste Mal unseren selbst zusammengestellten Pfeifen-Adventskalender vor, der aus vielen interessanten Tabaken, Raucherbedarfsartikeln, geistigen Getränken und sogar einer Pfeife besteht. Außerdem liefern wir Ihnen 24 Naturbeutel mit, damit ab dem 01.12. jeden Tag ein weiterer Beutel geöffnet werden kann. Der Adventskalender für Pfeifenraucher ist hier zu finden: Cigarworld Adventskalender für Pfeifenraucher

Weihnachtspfeifen sind eine weitere Möglichkeit, diese Jahreszeit ganz besonders zu begehen. Bei einigen Herstellern haben die beliebten Weihnachtspfeifen schon eine lange Tradition und eine treue Anhängerschaft. Dazu gehört ganz gewiss der irische Hersteller Peterson. Er überrascht uns dieses Jahr mit den beliebten „Sherlock Holmes“-Modellen wie zum Beispiel „Deerstalkaler“ oder „Squire“. Die Pfeifen sind verziert mit einem polierten Kupferband, und sie sind in dunkel-glatt sowie sandgestrahlt lieferbar. Sherlock- Holmes-Modelle sind sonst deutlich hochpreisiger. Insofern ein echter Preis-Leistungs-Hit. Die Pfeifen finden Sie hier, allerdings nur solange der Vorrat reicht: Peterson Christmas Edition Pfeifen 

Savinelli hat im klassischen Sinne zwar keine Weihnachtspfeife, dennoch wird die Savinelli St. Nicholas 2021 genau zum richtigen Zeitpunkt angeboten. Die diesjährigen Farben gehen eher ins Tannengrüne und bieten so eine schöne Abwechslung zu den Vorjahresmodellen. Auch hier, wieder nur solange der Vorrat reicht: Savinelli St. Nicholas

Auch Chacom hat drei verschiedene Modelle für diesen Anlass gestaltet. Diesmal in bordeauxrot, mit hellen Akzenten. Die Pfeifen werden in einer wunderschönen Holzschachtel geliefert, die sich perfekt zum Verschenken eignet. Auch hier sind die Stückzahlen begrenzt, daher schnell zugreifen: Chacom Weihnachtspfeifen.

Auch beim Thema Tabak sind das Feld weit und die Auswahl reichhaltig. Allen Weihnachtstabaken ist allerdings gemein, dass die Stückzahlen begrenzt sind. Wenn Sie also unter den aufgeführten Pfeifentabaken Ihren Liebling finden, decken Sie sich rechtzeitig ein. Die Dosen sind natürlich auch wieder ein echter „Hingucker“.

Der Unitas Weihnachtstabak 2021 verwöhnt den Pfeifenraucher mit Orangenlikör, Zimt- und Nussnoten, die Tabakbasis ist ausgewogen und die Mischung sehr gut umgesetzt. Schauen Sie bitte hier: Unitas Anno Weihnachtstabak 2021

Ein besonderes Highlight ist jedes Jahr die Limited Edition von Davidoff. Dieses Jahr sind besonders hochwertige Rohtabake enthalten, und bei der Mischung geht man weniger ausgetretenen Pfade. Burley, Latakia und Virginia wurden mit einer feinen Moschusnote verfeinert. Der Davidoff Limited Edition 2021 „Year of the Tger“ ist sehr individuell, sehr mutig. Das passende Geschenk für Pfeifenraucher mit Sinn für das Besondere: Davidoff Limited Edition 2021

Wer fruchtige, intensiv-süße Tabake bevorzugt, ist beim Rattray’s Limited Winter Edition 2021 gut aufgehoben. Reife Maraschino-Kirsche verfeinert eine Tabakbasis, die neben Black Cavendish auch aus Flake-Bestandteilen besteht. Auch hier ist die Dose besonders gut gelungen: Rattray’s Limited Winter Edition 2021

Wir hoffen, dass wir Ihnen dabei helfen können, das eine oder andere für Ihre Lieben zu finden oder sich selbst zu beschenken.

Sollten Sie sich unsicher sein oder weitere Beratung benötigen, scheuen Sie sich nicht, uns zu kontaktieren. Sei es telefonisch, per Mail oder über unsere Social Media Kanäle. Wir finden bestimmt das passende Geschenk.

Und eins noch: Der Link zu diesem Beitrag lässt sich auch wunderbar teilen! :-)