Ab nächster Woche bei uns im Shop: Der neue Mac Baren Classic (ehem. Vanilla) Roll Cake

Ab Mitte nächster Woche wird die Mac Baren „Classic“ Familie mit dem Mac Baren Classic Roll Cake Verstärkung bekommen. Pfeifenfreunde in den USA hatten schon ein halbes Jahr früher das Vergnügen ihn zu erwerben. Damit wird das Sortiment, das bisher schon aus dem Loose Cut und dem Flake besteht sinnvoll ergänzt.

 

Roll Cakes gehören seit jeher zu den Kernkompetenzen des Herstellers, der sich auf dessen Herstellung er sich spezialisiert hat. So war die Ergänzung der erfolgreichen „Vanille- Produktlinie“ mit einem Roll Cake der nächste logische Schritt.

Aber anders als die bisherigen Mischungen wird bei der Roll Cake Variante auf eine andere Zusammensetzung gesetzt. Hier spielt Virginia die absolut dominante Hauptrolle, ergänzt von wenig Burley.  Der sonst bei diesen Mischungen häufig verwendete Black Cavendish findet sich gar nicht in den Strangtabakstücken. Das gibt ihm geschmacklich deutlich mehr Struktur, und macht ihn auch für Freunde von Virginias und naturnaher Mischungen interessant.

Man darf sich aber nicht täuschen, Geschmacklich geht der Classic Roll Cake aber durchaus in die vollen. Die „Volle Vanille Dröhnung“. Aber die Komposition ist so gekonnt, so warm und rund das man sich an weihnachtliche Vanillekipferl erinnert fühlt. Dabei bleibt die Aromatisierung natürlich und harmonisch. Falls also hier ein Tabakmischer mitließt: So geht Vanille! Das Gegenteil von Chemisch, aufgesetzt und unharmonisch.

Der Autor hat kaum jemals einen anderen Tabak geraucht, der tatsächlich so sehr schmeckt wie er riecht. Also auf jeden Fall „Ehefrau-kompatibel“. Duftet gut, und schmeckt toll.

Beim Stopfen muss man allerdings Vorsicht walten lassen. Am besten die Curlys etwas aufrubbeln, und gerne etwas lüften lassen. Wobei er durchaus nicht zu feucht ist. Er benötigt ein paar Streichhölzer mehr bevor er vernünftig glimmt, aber das kennt man ja von Curly Cuts.

Mac Baren Twists, Roll Cakes oder Curlys- wie man es auch immer nennen möchte- werden mit einem hohen Maß an Handarbeit hergestellt. Die Tabake werden per Hand ausgewählt und aufgeschichtet, bevor eine Rollmaschine die „Wurst“ rollt. Dabei können nur Tabake mit einer einwandfreien Struktur verwendet werden, da sonst der Twist nicht den nötigen halt hat. Damit er den nötigen Halt hat, werden im übrigen alle Twists mit Ahornzucker besprüht, der sich geschmacklich aber kaum bemerkbar macht.

Der neue Mac Baren Classic Roll Cake dürfte ab Mitte nächster Woche (21/22.04.21) bei uns im Shop zu finden sein. Angelegt ist er schon, sie finden ihn hier: Mac Baren Classic Roll Cake .

Viel Spaß beim probieren!

Vielen Dank an Per Georg Jensen von Mac Baren für die Informationen und die Fotos.

Neue Neerup- Pfeifen von Peder Jeppesen aus Dänemark bei Cigarworld

Es ist einige Zeit her, das wir ein aussagekräftiges Sortiment Neerup- Pfeifen bei uns im Shop hatten. Denn an die Pfeifen von dem dänischen Pfeifenmacher Peder Jeppesen kommt man im Moment nicht besonders einfach. Dies hat vor allem mit seinem Erfolg zu tun, den er besonders in den USA hat. So geht ein Großteil seiner Produktion über den „großen Teich“.

Ein weiterer Grund warum seine Pfeifen in Deutschland schwer zu finden ist, das er hierzulande keinen Distributor mehr hat. Bis vor einigen Jahren war dies noch der Fall, und die Außendienstler fuhren mit zahlreichen Pfeifen zu den Fachgeschäften. So waren seine Pfeifen recht verbreitet zu finden. Mittlerweile vertreibt Peder seine Pfeifen direkt, und so muß man als Fachhändler schon aktiv auf ihn zugehen, um eine Chance zu haben an seine Pfeifen zu gelangen.

Als Plattform dient ihm vor allem Social Media, insbesondere Instagram. Hier werden neue Pfeifen gepostet, man bekommt einen Eindruck von der Werkstatt und seiner Arbeitsweise. Wer Peder Jeppesen kennt, weiß das er vor allem ein handfester Handwerker ist. Sein Platz ist in der Werkstatt. Deshalb kümmert sich um Social Media, Vertrieb, Versand und Kundenkommunikation vor allem seine Frau Bettina. Sie ist aber auch für den „letzten Schliff“ vor dem Versand zuständig. Auch seine Kinder helfen wo sie können, sein Sohn Christian kümmert sich auch um das Shaping. So können Sie sich sicher sein, das Ihre Neerup- Pfeife aus einem echten Familienunternehmen stammt.

Der Name „Neerup“ geht übrigens auf den Geburtsnamen seiner Großmutter zurück. Auf einigen Märkten waren seine Pfeifen übrigens unter dem Namen „Jeppesen“ im Umlauf. Mittlerweile hat er diesen Umstand aber vereinheitlicht, und alle Pfeifen mit „Neerup“ gestempelt.

Wie so oft in der Pfeifenbranche gibt es zahlreiche Verästelungen und Verbindungen zu anderen großen Namen der Branche. Denn sein Handwerk hat Peder Jeppesen beim bekannten Pfeifenmacher Karl Erik Ottendahl gelernt, der leider 2004 verstorben ist. Danach ging es für ihn weiter bei einem anderen bekannten Namen, nämlich zu Erik Nørding, wo er jahrelang als Pfeifenmacher arbeitete. Kommen wir zu einem weiteren Namen, der vielen von Ihnen ein Begriff sein dürfte. Per Georg Jensen ist bekannt als „Mastermind“ bei Mac Baren und ausgewiesener Tabakfachmann. Doch seine „Wurzeln“ liegen eigentlich bei der Pfeife. Denn Per Georg Jensen war Inhaber einer gar nicht so kleinen Pfeifenmanufaktur. Der eine oder andere wird mit Sicherheit noch eine „Georg Jensen“ in seiner Sammlung haben. Als die Manufaktur Anfang der 2000’er ins schlingern geriet (gestiegene Produktionskosten in Dänemark), wurde sie geschlossen. Peder Jeppesen nutze die Gelegenheit, und kaufte den kompletten Maschinenpark. Dies war für ihn die Chance sich selbstständig zu machen. Ein Wunsch, den er schon lange hegte.

Dieser Maschinenpark ist maßgeblich für seine Arbeitsweise heutzutage verantwortlich. Denn die Serien Classic, Structure und Basic werden an der Kopierfräse vorfabriziert. Das heisst ein Kopiermuster wird „abgetastet“ und zwei Bruyerekanteln werden anhand dieses Muster grob vorgeformt. Dies spart eine Menge Arbeit, und ist maßgeblich für die erschwinglichen Preise bei Neerup- Pfeifen verantwortlich. Auch die Mundstücke dieser Serien sind vorgefertigt. Ein weiteres wirtschaftliches Zugeständnis. Aber so kann Peder sehr individuelle Pfeifen für fast jeden Geldbeutel anbieten. Und der Erfolg gibt ihm auf jeden Fall Recht.

Hier ein kurzes Video zur Fertigung auf der Kopierfräse:

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Die andren Serien sind und bleiben handgemacht. Man sieht es oftmals auch an den Shapes. Wirklich außergewöhnliche Formen sind selbstverständlich nur per Hand formbar. Die Serien Ida Handmade, Boutique und Giant sind zu 100% handgemacht.

Zu seinem Erfolg gehört ebenfalls, das seine Pfeifen schon früh eine eigene Handschrift hatten. Kurze, kompakte Formen, auch kürzere Mundstücke als gewöhnlich. Das Spiel mit Farben, und Kontrastbeizung selbst bei sandgestrahlten Pfeifen sind für seine Pfeifen typisch. Als Pfeifenraucher sieht man schnell, das kann nur eine Neerup sein!

Wir freuen uns jedenfalls, das wir etwas über 30 Pfeifen von ihm bekommen haben. Auch für die Freunde von Lesepfeifen ist einiges dabei, aber schauen sie selbst bei uns in den Shop!

Vielen Dank an Bettina Jeppesen für die Freigabe der Fotos und die Erlaubnis diese hier zu veröffentlichen.

Gastautor Dr. Leander Hirthe: Geschichtliches sowie Portrait der Pfeifenmarke Peterson.

Vorwort: Als wir den letzten, deutlich kürzeren Beitrag zu Peterson verfassten, standen wir in Kontakt mit dem wohl bedeutendsten Peterson– Sammler Deutschlands, Dr. Leander Hirthe. Und es drängte sich die Frage auf, warum wir Ihn nicht selbst einmal an dieser Stelle zu Wort kommen lassen wollen. Gesagt, getan. Unten stehend finden Sie seine Betrachtungen zu der Pfeifenmarke die er leidenschaftlich liebt. Peterson.

Beschäftigt man sich mit Pfeifen und Pfeifengeschichte, führt kein Weg an Peterson vorbei. Heute gestempelt mit „Peterson of Dublin“ (seit 2001), hat sich so viel in Dublin nicht verändert. Der Peterson Pfeifenladen ist inzwischen aber über den Fluss nach Süden in die Nassau Street gezogen. 2015 feierte das Unternehmen 150-jähriges Jubiläum und gehört damit zu den ältesten im Pfeifengeschäft. Zu diesem Anlass gab es auch ein offizielles Buch mit einer detaillierten Wiedergabe der Geschichte. Dieser Beitrag versucht sich in einer kurzen Geschichte bzw. einem Portrait über diese Ikone der Pfeifenwelt. 

Oben: Systempfeifen, Antique-Modelle, Literatur

Es begann 1865, vorerst nur mit dem Verkauf von Meerschaumpfeifen, mit den zwei aus Nürnberg stammenden Brüdern Friedrich und Heinrich Kapp. In Ruhla, unweit ihrer Heimatstadt Nürnberg, erschienen um 1767 die ersten Meerschaumpfeifen. Bis etwa 1830 wurden sie aber nur in kleinen Mengen hergestellt und verkauft. Beide Brüder starteten fernab der Heimat als Hersteller von Meerschaumpfeifen in London (Dean Street im Distrikt Soho), trennten sich bereits drei Jahre später, blieben aber bis 1874 in London. Heinrich war bis zu seinem Tod zehn Jahre später hier ansässig, während Friedrich nach Dublin zog, wo er in seinem Geschäft in der Grafton Street sowohl Meerschaum- als auch Bruyèreholzpfeifen verkaufte. Bruyère war allerdings zu dieser Zeit noch ein recht neues Material in der Pfeifenherstellung (ca. ab 1850) und Dublin ein Markt, der anders als London noch erobert werden musste.

Oben: Seltene Freehand- Modelle

Ein Charles Peterson aus der lettischen Hauptstadt Riga wanderte um 1876 nach Dublin aus und erschien im Pfeifenladen von Friedrich in der Grafton Street. Er wurde von Friedrich Kapp als Handwerker engagiert, um handgefertigte Bruyèrepfeifen herzustellen. Die Kenntnisse hatte sich der 24-Jährige bereits vorher erworben, und er erwies sich alsbald als Experte, der in nur wenigen Jahren zum Rückgrat des Geschäfts wurde. 1881 und 1882 starben Friedrich und seine Frau. Charles Peterson leitete das Geschäft („Kapp Brothers“) weiter und sorgte sich um die beiden Söhne von Friedrich, welche zu dieser Zeit zehn und zwölf Jahre alt waren. Als sie alt genug wurden, um in das Familienunternehmen einzusteigen, beschloss Christian Kapp, seinen Anteil aufzugeben, und veräußerte ihn an seinen Bruder Alfred sowie Charles Peterson. So änderte die Firma 1893 ihren Namen in „Kapp & Peterson“. Friedrich Henry Kapp, Alfreds Sohn, trat 1914 in die Firma ein, während Charles Peterson 1919 in Hamburg starb. Seit dem Tod von Friedrich Henry Kapp im Jahr 1972 hat die Firma mehrmals den Besitzer gewechselt. Einbrüche gab es zwischenzeitlich durch die Popularität von Zigaretten und das Aufkommen von Freehandpfeifen. Der Eigentümerwechsel im Jahr 1991 markierte den Beginn der Tom-Palmer-Ära. Sie führte erneut zu einer Reihe positiver Entwicklungen.

1995 kaufte Palmer auch die Anteile seines Partners auf und wurde alleiniger Eigentümer der Firma. Er machte sich sofort an die Arbeit und krempelte das Geschäft erfolgreich um. Der Name Kapp ist im Firmennamen erhalten geblieben, aber die Pfeifen sind ausschließlich als „Peterson“-Pfeifen bekannt. Neben der Fortsetzung traditioneller Linien erhielten einige altbekannte Serien ein neues Finish (z.B. Dublin Castle, Rock of Cashel oder Rosslare). Es entstanden aber auch neue Shapes, Linien und Sammlereditionen. So wurde 1997 auch eine Jahrespfeife eingeführt, und 2018 wurde das Unternehmen vom amerikanischen Firmenkonglomerat „Laudisi Enterprises“ übernommen. Laudisi betreibt unter anderem die bekannte Website smokingpipes.com. Dabei setzt Laudisi verstärkt auf klassische Akzente und mit dem neuen Betriebsleiter Giacomo Penzo, einem italienischen Pfeifenmacher, wieder betont auf Qualität und eine herausragende hauseigene Sandstrahlung. Überhaupt rührten die heute in Deutschland noch oft erwähnten Qualitätsmängel von einem Generationswechsel in der Belegschaft her. Neben einem enormen Mangel an geeigneten Handwerken wurde das Know-how offenbar nicht immer zuverlässig weitergegeben. Diese Phase kann aber als überwunden betrachtet werden. Produzierte Peterson einst, in den sechziger und siebziger Jahren, 250.000 und Ende der neunziger Jahre noch 125.000, so sind es aktuell ca. 80.000 Pfeifen pro Jahr (Stand 2007 u. 2016, aktuell werden keine Angaben mehr gemacht). Dafür Sorge tragen ca. 30 Mitarbeiter (Stand 2007). 

Oben: Aktuelle Farbbeispiele und dennoch unverkennbar Peterson

Der Anspruch und die Philosophie von Kapp & Peterson waren es, von Beginn an feine, funktionale und robuste Pfeifen zu produzieren, die sich die normale Person leisten konnte und die das Rauchen von Pfeifen besonders angenehm machen würden. Hierbei folgte ab 1891 eine Reihe von Patenten, bei denen die funktionalen Aspekte von Pfeifen im Vordergrund standen. Ziel war eine technisch perfekte Pfeife. So entstand die Peterson System Pfeife bzw. das Peterson System. Dieses basierte auf einer speziellen erweiterten Bohrung im Inneren des Holmes und des Mundstücks. Eine Aussackung/Reservoir im Holm sammelt Kondensat für einen trockenen Rauchvorgang. Erweiterung erfuhr das System durch eine besondere Form des Mundstücks. Das Lippenbiss, oder auch P-Lip Mundstück (patentiert 1898, aktuell etwa die Hälfte der Produktion), lässt über ein nach oben zeigendes Zugloch den Rauch zum Gaumen aufsteigen, so dass eventuell auftretendem Zungenbrand entgegen gewirkt wird. Das Peterson System war von Beginn an ein großer Erfolg und zeigt, dass bereits zu dieser Zeit Mittel und Wege gesucht wurden, um etwaiger Feuchtigkeit oder Bissigkeit beim Rauchgenuss entgegenzuwirken. Da nicht jeder Raucher mit diesen Problemen zu ringen hat, waren auch nicht alle Pfeifenraucher vom System begeistert. So wurde z.B. das P-Lip kritisiert, da sich nun statt der Zunge der Gaumen gereizt zeigte. Befürworter des Peterson Systems schwärmen von einem kühlen und trockenen Rauch und Zungenbrand, der der Vergangenheit angehört. In jedem Fall brachte die Patente (bis 1905) schnell internationales Ansehen und trugen zu einer Einzigartigkeit der Pfeifen bei. Denn für das System musste der Holm sehr massiv gehalten sein und Solidität vermitteln. Dieser kräftige Holm ist die Grundlage der klassischen Peterson-Formästhetik.

Oben: Peterson High Grades

Strenge und funktionale Formen mit einer interessanten Maserung, meist Crossgrain, zeichneten Peterson Pfeifen schon recht früh aus. Gleichzeitig verwendete Peterson gewisse Preisklassen, die heute noch, besonders bei den Systempfeifen, zu bemerken sind. Oberer Bereich mit zum Teil handgefertigten, kräftigen Mundstücken mit Sterlingsilber Applikationen und Metall Condenser (Stinger). Mittlerer Bereich mit Pressmundstück, ohne Condenser und Silberband. Unterer Preisbereich mit Pressmundstück und Nickelband. Unabhängig vom Preis bekam und bekommt jedoch jeder die Praktikabilität und Solidität des Peterson-Systems angeboten. So heißt es noch heute: „Der denkende Mann raucht eine Peterson Pfeife“ („The thinking man smokes a Peterson pipe“). Robuste Alltagspfeifen waren schon immer das Markenzeichen dieser Firma. Die Preispolitik hat sich im Laufe der Jahre kaum verändert. Die weniger teuren Pfeifen sind immer noch nicht so teuer wie die anderer Marken. Das System wird immer noch hergestellt.

Warum eine Peterson? Es folgt ein persönlicher Blick auf Peterson. Warum ich den Pfeifen der ältesten, kontinuierlich betriebenen Pfeifenfabrik der Welt verfallen bin? Das Thema Pfeifen ist wie viele Genussthemen ein hoch emotionales. Petersons sind objektiv betrachtet im Detail vielleicht nicht die qualitativ besten Pfeifen und dennoch machen diese Perlen aus Dublin etwa 80 Prozent meiner umfangreichen Sammlung aus. Warum? Peterson haben zum einen Charme, Seele und Charakter. Zum anderen vereint kein anderer Serienpfeifenhersteller für mich so perfekt geschichtliches Erbe und Moderne wie Peterson. Während Firmen wie Vauen sehr innovativ sind oder etwa Dunhill einen Garanten der Zeitlosigkeit darstellt, geht Peterson seinen ganz eigenen Weg zwischen diesen Welten. Peterson bietet Eleganz ähnlich der englischen Klassik, aber auch stets ein gelungenes Gespür für Pepp und Zeitgeist. Dabei bleibt sich das Unternehmen immer treu. So kann man heute noch Pfeifen wie aus den Anfangsjahren kaufen (z.B. Systempfeifen), Linien die bereits in den Siebzigern existierten (z.B. Donegal Rocky) oder aber einen gewissen zeitgenössischen Pfiff (z.B. Dracula, St. Patricks Day 2021). Dass selbst bei den zeitgenössischen Modellen die Shapes weitestgehend aus dem klassischen Shapekatalog stammen und sich zudem hinsichtlich Oberflächenanmutung und Art der Applikationen (Zierringe) kaum von früheren Modellen unterscheiden, ist eine Eigenart, die nur Peterson bietet. Sich weiterentwickeln ohne zu vergessen woher man kommt, ist das Geheimnis von Peterson. Besonders aktuell ist wieder ein Rückblick auf die umfangreiche Historie spürbar. So präsentieren sich viele historische Shapes in den aktuellen Jahrespfeifen. Vieles was an Anpassung an den Zeitgeist anmutet, ist es in Wahrheit gar nicht. So fand z.B. der unterbrochene Zierring bei einigen Sherlock Holmes Baker Street Modellen (das Shape sowieso) bereits bei Petersons der zwanziger Jahre Anwendung. Auch das modern wirkende, gelbe Acrylmundstück der Rosslare Modelle findet sich als Variante aus echtem Bernstein an Pfeifen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die angesagten Devil Anse Shapes sind ebenfalls bereits in uralten Peterson-Katalogen zu finden (Jap Shapes). Peterson of Dublin ist 156 Jahre alt und noch kein bisschen müde. Die Beliebtheit dieser Pfeifen ist weltweit ungebrochen. Aus diesem Grund sind auch gut gepflegte gebrauchte Petersons sehr wertstabil. Zünden Sie sich eine Peterson an und lassen Sie sich von ihrem irischen Charme mitreißen. 

Oben: Peterson Jahrespfeifen, Favoriten des Autors

Irischer Charme? Moment mal! Made in Irland stimmt das überhaupt noch? Selbstverständlich! „Natürlich werden grob vorgearbeitete Köpfe bei allen möglichen Zulieferern hinzugekauft.“ Von ursprünglich zehn Lieferanten auf zwei: Gardesana, Italien, und Navarro, Spanien; Mundstücke: Macchi und Giudici, beide aus Italien. Das bestätigte schon der legendäre Werksmeister Tony Whelan im Pipes and Tobacco Magazine. Übrigens: Dies ist absolut geläufige Praxis bei ALLEN Serienpfeifenherstellern und wird auch schon seit über 100 Jahren genauso praktiziert. Daran ist also nichts verwerflich. Die Seele wird der Pfeife erst in Dublin eigehaucht – Bohrung, Oberflächenfinish, Beizung, Zieringe, Mundstücke etc. –, wo viele Maschinen 50 Jahre und viel älter sind. Ja, sie wird dort erst zur Pfeife. Wer sich einmal mit Serienpfeifenherstellung beschäftigt hat, ist zudem überrascht, wie viele Arbeitsschritte auch dort noch echte Handarbeit sind. Peterson ist da keine Ausnahme. 

Oben: Peterson Sherlock Holmes Modelle

Die zeitliche Datierung einer Peterson bleibt immer eine Herausforderung, ist aber durchaus möglich. Hierfür benötigt man immer jeden Aspekt der vorliegenden Pfeife und gegebenenfalls viel Hintergrundwissen. In Summe helfen Silberpunzierungen (falls vorhanden und lesbar), Holzstempel, Art des Shapes, Linie und Finish für eine Eingrenzung. Eine erste grobe Einordnung bietet die Zeitlinie anhand der Holzstempel:

1915 – 1922 Made in Ireland (Blockschrift), davor kein Landesstempel

1923 – 1937 Irish Free State

1938 – 1942/43 Made in Eire (im Kreis)

1942 – 1946 Made in Ireland (im Kreis)

1947 – 1949 Made in Ireland (Blockschrift). Beachte: Es gab Sondermodelle und Fehlstempelungen mit diesem Stempel auch nach 1970

1950 – 2001 Made in the Republic of Ireland

2001 – bis heute Peterson of Dublin

Der Autor bedankt sich besonders bei seiner Frau Theresa, die sich bezüglich seiner Pfeifenleidenschaft immer verständlich zeigt und ihn unterstützt. Außerdem bei Glen Whelan und Christian Probst.

Weiter widmet der Autor diesen Beitrag dem unvergessenen Petenut Jim Seamus „The Sandpiper“ Lilley, sowie dem einstigen IPPC (International Peterson Pipe Club) und natürlich Peterson of Dublin. 

Oben: Das Shape XL90 im Wandel der Zeit

Quellen in alphabetischer Reihenfolge:

Al Pascia https://www.alpascia.com/en/homepage

Cigarworld Pipes http://blog.cigarworld.de

Europas Pfeifenmacher, Marken und Modelle. Delius Klasing Verlag 2007

Peterson Collector Blogspot http://thepetersoncollector.blogspot.com

Peterson Pipe Book “The Peterson Pipe – The story of Kapp & Peterson” Briar Book Press 2018

Peterson of Dublin https://www.peterson.ie/

Peterson Pipe Notes https://petersonpipenotes.org/

Pfeifen – Die Pfeifenmacher der Welt, Marken und Modelle. Wilhelm Heyne Verlag 1999

Pipepedia https://pipedia.org/wiki/Main_Page

Pipephil http://www.pipephil.eu/

Pipes and Tobacco Magazine Ausgaben Winter 2013 und Summer 2016

Verfasser: Dr. Leander Hirthe aka „Captain Pete“ aka „Dr. Pete“.

Vorabinfo: Kopp Pipes weckt die alte Marke „Barling“ aus dem Dornröschenschlaf

Neuigkeiten vom Importeur und Distributor Kopp Pipes: Der rührige Oliver Kopp konnte sich die internationalen Markenrechte für die alte englische Traditionsmarke Barling sichern – und man plant Großes!

Lange Zeit lag die Marke brach, dabei ist sie im englischsprachigen Ausland sehr bekannt und ihre Sammler sind zahlreich. Man wähnte Barling zeitweise sogar auf demselben Qualitätsniveau wie Dunhill. Dementsprechend werden für Sammlerstücke auf Onlineplattformen Höchstpreise erzielt.

Zurück geht die Marke auf Benjamin Barling, der 1812 die Marke gründete und zunächst Meerschaumpfeifen mit aufwändigen Silberarbeiten aufwertete. In den frühen 1900er Jahren schwenkte man über zu einer eigenen Bruyèrepfeifen-Produktion in Camden Town, mitten in London. Die weitere Geschichte ist sehr wechselhaft, aber gut dokumentiert. Sammler unterscheiden zwischen drei Zeiträumen, in denen sich alte Barling-Pfeifen einordnen lassen. 1. „Pre-Transition“ von 1812 bis 1960, 2. „Transition“ von 1960 bis 1963. 3.“Post Transition“ von 1963 bis jetzt. Die teuersten Sammlerstücke sind natürlich aus der frühesten Epoche. Wer sich weiter mit der Geschichte dieser Marke auseinandersetzen möchte, dem sei der sehr umfangreiche Pipedia-Artikel empfohlen.

Die Firma Kopp Pipes hat sich dieser Marke jedenfalls angenommen und plant einen zugleich modernen, wie auch wundervoll altmodischen Ansatz. Im frühen 20. Jahrhundert konnte man bei englischen Serienpfeifen unter zig verschiedenen Ausführungen wählen. Die Shapes waren zumeist immer dieselben, aber unterschiedliche Qualitätsstufen, unterschiedliche Oberflächen und unterschiedliche Farben machten die Auswahl reichhaltig. So bekam man beispielsweise eine klassische Billard in rot gebeizt, in dunkelbraun, in hellbraun, in sandgestrahlt schwarz, in sandgestrahlt braun, in geöltem Finish, in Tanshell usw.

Und genau dieses Prinzip wird wiederbelebt. Es wird also zwölf verschiedene Pfeifenformen geben, die sage und schreibe in zwölf verschiedenen Finishes angeboten werden. Dazu zählen zum Beispiel: schwarz-glatt, dunkelrot, geöltes und mattes Finish, Tanshell, rubinrot-sandgestrahlt, Chestnut, Walnut, Terracotta, Virgin, Top Grains und vieles mehr. Also das Gegenteil von dem heutzutage üblichen „Eine Variante in Glatt, eine in Sand.“ Natürlich darf man bei so einer alten, englischen Marke keine Shape-Experimente erwarten. Die Pfeifen werden definitiv einen klassischen Touch haben. Dennoch – und das ist das Zugeständnis an die Moderne – werden die Pfeifen vorerst mit Acrylmundstück und 9mm Bohrung ausgeliefert. Die deutschen Pfeifenraucher dürfte dies sicherlich freuen.

Teilweise werden die Pfeifen Silberbänder und Montiereungen bekommen, die speziell nach den Vorstellungen der Firma Kopp angefertigt wurden.

Leider konnte allerdings kein Produzent mehr in Großbritannien gefunden werden, der Serienpfeifen im größeren Stil fertigen kann. So werden Barling Pfeifen also „auf dem Kontinent“ hergestellt.

Es ist noch nicht ganz sicher, wann die ersten Barlings im Handel auftauchen; als grobe Richtung gibt Oliver Kopp aber Juli 2021 vor. Preislich werden die Pfeifen vorraussichtlich zwischen 140- 220€ anzusiedeln sein.

Gute Neuigkeiten, meinen wir. Bei so viel Neuerscheinungen ist es doch schön, wenn alte Marken reaktiviert werden, um an Traditionen anzuknüpfen. Der Umstand, dass englische Marken jetzt unter deutscher Leitung stehen, dürfte ja schon aus dem Automobilbereich hinlänglich bekannt sein.

Wir halten Sie auf dem Laufenden und informieren Sie, sobald die Pfeifen in unserem Shop sind!

Alte Fotos entnommen von: https://pipedia.org/wiki/Barling

Zigarren über den „Personal Humidor“ bewerten

Ein Blick in unseren Onlineshop kann nicht nur den Einsteiger, sondern auch den gestandenen Aficionado überfordern: Die Auswahl scheint nahezu endlos zu sein, wächst unaufhaltsam weiter und so ist die Frage, nach der nächsten Zigarre, die unbedingt probiert werden muss, von zentraler Bedeutung.

Gut dass einem das ein oder andere Zigarrenmagazin wie das renommierte Cigar Journal oder das frisch auf den Markt gekommene Zigarren Magazin ein wenig Hilfestellung bieten und regelmäßige Ratings und Bewertungen veröffentlichen.

Zigarrenbewertung

So lässt sich doch häufig bereits eine Vorentscheidung treffen, welche Zigarre geschmacklich zusagen könnte.

Tasting La Mission

Die Tasting boards sind meist mit ausgewählten erfahrenen Aficionadas und Aficionados besetzt, aber auch Sie können Teil der „Tasting community“ sein! Zwar nicht in den Printmedien, dafür aber in unserem Shop. 

Sofern Sie über ein Kundenkonto verfügen, haben Sie die Möglichkeit, sich einen „Personal Humidor“ einzurichten, in den Sie Ihre Zigarren „einlagern“ und umfangreich und detailliert bewerten können. 

Cigarworld Private Humidor

Neben einer grundsätzlichen Eigenschaftsbewertung wie Stärke, Verarbeitung und Zugverhalten haben Sie auch die Möglichkeit, die verschiedenen Aromen detailliert aufzufächern.

Zur Zigarre im Beitrag

Private Humidor Bewertung

Diese Aromenbewertungen fließen dann in das charakteristische Aromenrad ein – einer komprimierten aber dennoch sehr aussagestarken Übersicht zum Geschmacksprofil der Zigarre.

Cigarworld Aromenrad

Selbstverständlich können Sie Ihre Bewertungen auch noch ein wenig Leben einhauchen: Ob kurz und prägnant oder sprachlich ausgeschmückt – über das Kommentarfeld haben Sie die Möglichkeit, Ihrer Bewertung auch noch einige oder mehr Worte folgen zu lassen.

Bewertungsübersicht

Vielleicht entdeckt der ein oder andere noch bisher unbekannte schriftstellerische Talente – über das Genießen schreiben macht definitiv Spaß! Und am Ende profitiert auch die gesamte Community davon: Je mehr Bewertungen vorliegen, umso besser findet man seine nächste Zigarre.

Bei der nächsten Zigarre neben Cutter und Feuerzeug einfach noch Notizblock und Stift einpacken und auf geht’s ;-)

 

Genussvolle Grüße und viel Spaß beim Bewerten,

Ihr Cigarworld Team

 

 

Aktuelle Betrachtungen zu einer Ikone der Pfeifengeschichte: Peterson

Nachdem wir uns in unserem letzten Blogbeitrag der englischen Marke Dunhill gewidmet haben, bewegen wir uns nun gedanklich etwas weiter westlich, nämlich nach Irland, genauer gesagt nach Dublin. Hier ist der Sitz der Firma Peterson Pipes, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Pfeifen in Irland produziert.

Das Unternehmen hat erst kürzlich einen Besitzerwechsel erlebt. 2018 wurde es vom amerikanischen Firmenkonglomerat „Laudisi Enterprises“ übernommen. Laudisi betreibt unter anderem die bekannte Website smokingpipes.com. Seit 1990 war Peterson im Besitz von Tom Palmer, der sich nun in den wohlverdienten Ruhestand begeben hat.

Pfeifenraucher weltweit sind Anhänger der Marke. Aber vor allem in den USA gibt es wahrhaft fanatische Sammler, die jede Peterson-Pfeife kaufen, sobald sie neu auf dem Markt erscheint. Die große Popularität in den USA hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass man dem irischen Erbe gerecht werden will, das in vielen Familien hochgehalten wird.

Nichtsdestotrotz wurde die Anhängerschaft immer wieder auf harte Proben gestellt. Vor allem die deutsche Kundschaft, die für ihren hohen Qualitätsanspruch bekannt ist, legte den Finger in die Wunde. So wurde in den letzten zehn bis 15 Jahren immer wieder bemängelt, dass Petersons bei den ersten Rauchgängen stark abfärben. Die Rede war von mangelhaften Bohrungen, zu viel Kitt oder unbrauchbaren Mundstücke. So spukt bis heute noch der Ratschlag in den Köpfen vieler Pfeifenraucher: „Kaufe keine Peterson, die du nicht tatsächlich selbst in der Hand hattest.“ Und sind wir ehrlich, können wir diese Skepsis gut nachvollziehen.

Aber die Probleme sind bekannt, und wir sehen definitiv Licht am Ende des Tunnels! Vieles hatte damit zu tun, dass es einen Generationswechsel in der Belegschaft gegeben hatte. Das Know-how wurde offenbar nicht immer zuverlässig weitergegeben. Auch gab es einen enormen Mangel an geeigneten Handwerken. Mittlerweile ist aber wieder die Sollstärke erreicht. Außerdem hat die Firma einen neuen Betriebsleiter, der sich um alle Fertigungsabläufe kümmert. Giacomo Penzo, selbst italienischer Pfeifenmacher, achtet nun auf alle Qualitätsaspekte einer Pfeife. Die neuen Mitarbeiter sind mittlerweile eingearbeitet, und jeder weiß, was zu tun ist. Als letzter Punkt – und dies ist der Maßgebliche, was die Ware betrifft, die den deutschen Fachhandel erreicht – seien die wachen Augen des deutschen Importeurs Kopp Pipes genannt. Oliver Kopp kontrolliert mit seinen Mitarbeitern jede eingehende Lieferung aus Dublin und sortiert im Zweifel auch aus. Was also derzeit an NEUER Ware im Fachhandel landet, sollte auf jeden Fall in Ordnung sein.

Ein weiterer Punkt sei noch erwähnt, der von Kritikern immer wieder vorgebracht wird. Meistens ist es der recht platte Einwand: „Peterson Pfeifen werden doch gar nicht mehr in Irland hergestellt.“ Und es wird darauf verwiesen, dass von irgendjemand berichtet wurde, sie würden jetzt in Spanien (wieso gerade Spanien?) oder neuerdings in China hergestellt. Nun, wir können natürlich nicht zweifelsfrei beweisen, dass es nicht so ist. Doch stellt sich die Frage, warum Peterson so viele neue Maschinen gekauft hat, wenn es doch viel einfacher wäre, Pfeifen in China zu bestellen? Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der Brancheninsidern zuweilen etwas fremd ist. Natürlich werden grob vorgearbeitete Köpfe bei allen möglichen Zulieferern hinzugekauft. Wo im Einzelnen, lässt sich natürlich nicht sagen. Nur eines: Dies ist absolut geläufige Praxis bei ALLEN Serienpfeifenherstellern und wird auch schon seit über 100 Jahren genau so praktiziert. Wir können auch nichts Verwerfliches daran finden. Niemand würde sich zum Beispiel darüber beschweren, wenn ein Teil einer Schweizer Uhr in Japan gefertigt würde. Oder Teile eines deutschen Autos aus Polen kommen. Oder britische Automarken deutsche Teile verbauen. Also sollte man sich als Pfeifenraucher der Realität stellen und von romantisierenden Bildern, die nie korrekt waren, Abschied nehmen.

Zur Modellpolitik und neuen Serien sei in jedem Fall erwähnt, dass Peterson durch die Investition in neue Geräte und Maschinen nun dazu in der Lage ist, wieder selbst sandzustrahlen. Man sieht es beispielsweise an sandgestrahlten Varianten der Peterson Sherlock Holmes Serie, die es jahrelang nicht gab und die nun nach und nach wieder im Fachhandel auftauchen. Auch neue Serien, sogar Pfeifen in Tanshell-Optik, sind zuweilen zu finden. Leider überwiegend bei der amerikanischen, firmeninternen Einzelhandelssparte. Solche attraktiven Spezialitäten werden offenbar lieber selbst vermarktet.

An dieser Stelle möchten wir jedenfalls die Gelegenheit nutzen, darauf aufmerksam zu machen, dass in den nächsten Tagen und Wochen einige neue Peterson Serien bei uns eintreffen werden. Außerdem waren wir vor einigen Jahren in der glücklichen Lage, einen größeren Bestand Peterson-Pfeifen aufzukaufen, die nun nach und nach den Weg in unseren Shop finden werden. Zum Beispiel auch Peterson Pfeifen mit echten Bernstein-Mundstücken aus den 30er Jahren. Bleiben Sie also gespannt und zünden Sie sich derweil eine „Pete“ an!

Vielen Dank an Oliver Kopp für die Fotos, und die Erlaubnis diese hier zu zeigen.

Understatement, Tradition, Klassik. Warum wir Dunhill Pfeifen (trotzdem) lieben

Wenn man sich als Pfeifenraucherin oder Pfeifenraucher mit dem Thema eingehender beschäftigt, stößt man wahrscheinlich zwangsläufig auf die Frage, was am Thema „Dunhill“ eigentlich dran ist. Besonders im Social-Media-Bereich tauchen immer wieder Fragen auf wie:

„Warum kostet eine dusselige, sandgestrahlte Billard mit Ebonitmundstück, und dann noch nicht mal mit Filter, so viel Geld?“

Oder auch:

„Rauchen sich Dunhill Pfeifen irgendwie besser als der Rest?“

„Ich finde Dunhill Pfeifen irgendwie langweilig, gibt’s die auch in bunt?“

Und als Fachmann muss man meistens weit ausholen, um diese Fragen einigermaßen befriedigend zu beantworten. Manche Fragen sind auch gar nicht zu beantworten, denn die Faszination für diese Marke ist wohl eher eine Gefühlsfrage als rational zu fassen.

Viel Faszination, die von der Marke ausgeht, liegt vor allem in der langen Tradition, die man mit ihr verbindet. Und wie sehr man als Pfeifenraucher für sie empfänglich ist. Natürlich schadet es auch nicht, wenn man etwas Anglophilie mitbringt.

Viel dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch dieses Zitat des Firmengründers, Alfred Dunhill, der die Philosophie seiner Marke hiermit beschrieb:

It must be useful. It must work dependably. It must be beautiful. It must last. It must be the best of its kind.“

Es gibt jedenfalls heute kein anderes Unternehmen in der Pfeifenbranche, dessen Geschichte sich über einen so langen Zeitraum nachverfolgen lassen kann. Dazu trägt sicherlich bei, dass man aufgrund der auf der Pfeife aufgebrachten Stempelungen sehr gut nachvollziehen kann, wann die Pfeife gebaut wurde. Wenn Sie also eine Pfeife Ihres Geburtsjahrganges suchen, werden sie mit Sicherheit bei Dunhill fündig.

Und die Geschichte dieses Unternehmens ist reichhaltig und wechselhaft. Sandgestrahlte Pfeifen, wie auch Ebonit als Mundstückmaterial, sind maßgebliche Erfindungen dieses Herstellers. Auch wenn Dunhill-Pfeifen aus markenrechtlichen Gründen heutzutage nur noch „The White Spot“ heißen dürfen, steht die heutige Firma in der Tradition des englischen Firmengründers von 1915.

Auch heute noch werden die Pfeifen in London hergestellt und eine überraschend hohe Stückzahl der Pfeifen mit dem weißen Punkt auf dem Mundstück verlässt die Werkshallen in alle Welt.

Dunhill Pfeifen sind in verschiedenen Oberflächen und Größen erhältlich. Dabei unterschiedet man zwischen sandgestrahlten und glatten Pfeifen. Alle Mundstücke sind aus Ebonit oder Cumberland.

Sandgestrahlt sind folgende Serien:

Shell Briar: Schwarz-sandgestrahlt mit schwarzem Mundstück

Ring Grain: Schwarz-sandgestrahlt mit besonders ausdrucksstarker Maserung und schwarzem Mundstück

Cumberland: Rötlich-braun-marmorierter Farbton, mit farblich passendem Mundstück

Shilling: Rötlich-braun-marmorierter Farbton, mit farblich passendem Mundstück und besonders guter Maserung

Ruby Bark: Kräftig roter Farbton mit schwarzem Mundstück

County: Mittelbrauner Farbton mit hellen Akzenten und marmoriertem Mundstück

Tanshell: Heller, nur geölter Farbton mit schwarzem Mundstück und ausgezeichneter Holzqualität. Selten!

Glatt sind diese Serien:

Bruyère: Klassisch rötlicher Farbton mit schwarzem Mundstück (die Urvariante)

Chestnut: Rötlich-braun mit marmoriertem Mundstück

Dress: Tiefschwarz mit 6mm Silberband und schwarzem Mundstück

Black Briar: Tiefschwarz mit breiterem Silberband oder anderen Applikationen und schwarzem Mundstück

Amber Root: Mittelbraun, warmer Farbton mit schwarzem Mundstück

Root Briar: Sehr heller, honigfarbener Farbton mit schwarzem Mundstück und ausgezeichneter Holzqualität.

Daneben gibt es selbstverständlich immer wieder Limited Editions oder Jahrgangspfeifen, die diesem System nicht immer entsprechen.

Dunhill teilt die Größen seiner Pfeifen in Gruppen ein, mit wenigen Ausnahmen von 1 bis 6. Dabei ist Gruppe 1 winzig klein und Gruppe 6 riesengroß.

Man kann an dem Stempel, der sich auf der Pfeife befindet, die Gruppierung herausfinden.

Außerdem trennt Dunhill bei den Formen. Jede Pfeifenform hat eine eigene Nummer.

Als Beispiel:

Eine Dunhill Shell Briar mit der Markierung „4103“. Er sagt uns, dass es eine schwarze, sandgestrahlte Pfeife ist, in der „mittleren“ Größe 4, mit der Shape Nummer 103 – was einer klassischen, geraden Billardform entspricht.

Hinter dem „Made in England“-Schriftzug befindet sich ebenfalls, wenn auch nur sehr klein, eine Markierung. Diese gibt Aufschluss über das Herstellungsjahr. Befindet sich dort also eine „15“, wissen wir, dass diese Pfeife 2015 hergestellt wurde, sieht man dort eine „09“, ist sie von 2009. Diese Einteilung gilt zumindest für neuere Pfeifen, früher wurde ein etwas anderes System verwendet.

Alle „The White Spot“-Pfeifen haben einen weißen Punkt auf dem Mundstück, der anzeigt, wo oben und unten ist. Kenner werden jetzt sagen, dass auch Vauen einen weißen Punkt verwendet. Dies ist korrekt, beide Hersteller haben sich schon im zwanzigsten Jahrhundert rechtlich darauf geeinigt, dies weiterhin zu tun, wobei der Punkt einer Vauen für den Export-Markt einen etwas gräulicheren Farbton hat.

Was die Holzqualität angeht, gibt es bei Dunhill keine Kompromisse. Zwar sind nicht alle Pfeifen aus dieser Manufaktur wahre Augenweiden, was die Maserung betrifft, aber das Holz ist sauber, frei von Einschlüssen oder Kitt sowie alt und trocken. Dies macht sich positiv beim Rauchverhalten bemerkbar.

Als Mundstückmaterial wird ausschließlich Ebonit verwendet, das zwar mit der Zeit oxidiert, aber einen wunderbar weichen Biss bietet. Das marmorierte „Cumberland“, das mittlerweile auch von anderen Herstellern verwendet wird, war übrigens eine Erfindung des Hauses Alfred Dunhill und auch Namensgeber des Materials. Nur Anfang der 2000er Jahre experimentierte man  tatsächlich auf dem deutschen Markt – mit Acryl als Mundstückmaterial. Mit dem Endergebnis, das diese Pfeifen häufig heute noch bei den Händlern als Ladenhüter liegen.

In der Regel sind Dunhill-Pfeifen ohne Filterbohrung. Dies weniger aus Überzeugung oder weil eine bestimmte Philosophie dahinter steckt. Der globale Markt erwartet dies einfach. Diese werden nach wie vor übrigens mit dem „Inner Tube“, einem Aluminiumröhrchen im Holm ausgeliefert. Dieses war vor der Erfindung des Pfeifenreinigers tatsächlich dazu gedacht, dass sich die Pfeife nicht mit Teerablagerungen zusetzt und somit unrauchbar wird. Einen rationalen Grund, warum dies heute noch beibehalten wird, gibt es also nicht. Es wird trotzdem als Tradition fortgeführt. Aber natürlich fertigt Dunhill auch 9mm Filterpfeifen, sie sind aber aufgrund der weltweiten geringeren Nachfrage seltener zu finden. Wir haben Dunhill-Filterpfeifen im Sortiment, wenn auch nicht viele.

Die Oberflächen sind nicht lackiert oder anderweitig mit Chemikalien behandelt, sondern nur mit Carnaubawachs poliert. Dies ist insofern eine Besonderheit, da selbst die schwarzen „Dress“-Pfeifen keinen Lackauftrag haben. Bei anderen Herstellern ist das üblich. Zwar wird die Oberfläche einer solchen Pfeife im Laufe der Jahre durchscheinend, doch dies nimmt man hin, weil man das Rauchverhalten nicht negativ beeinflussen will.

All das atmet den Geist britischen Understatements und Taditionsbewusstseins. Auch wenn Dunhill-Pfeifen nicht jedem gefallen oder nicht jeder so viel Geld in eine Pfeife investieren möchte. Doch die Marke hat ihre Anhänger, sogar echte Fans und Sammler. Für kaum eine andere singuläre Marke interessieren sich Pfeifenraucher mehr, investieren Zeit und nicht unerheblich viel Geld.

An der von einigen flüchtigen Beobachtern bemerkten „schlechteren“ Qualität können wir übrigens nichts feststellen. Was diese Beobachter möglicherweise nicht wissen, ist, dass Dunhill-Pfeifen dem Fachhandel immer als Einzelstücke angeboten werden. Für gewöhnlich bringt der Außendienstler seine Pfeifenkoffer in das Geschäft (Anm.: Heutzutage ersatzweise auch gerne per Videotelefonat), und der Händler sucht die Pfeifen aus. Er nimmt sie aus den Schatullen, und die Pfeifen verbleiben direkt im Geschäft. So sieht der Händler direkt, was er kauft, und kann eventuell nicht ganz so perfekte Exemplare direkt aussortieren.

Dunhill-Pfeifen, die Qualitätskontrollen nicht passieren, landen nicht im Verkauf. Sie bekommen einen „C“- und/oder „Not for Sale“- Stempel und werden an die Pfeife rauchende Mitarbeiterschaft verschenkt. Distributeure oder Fachhändler freuen sich auch über diese Pfeifen, denn sie sind einwandfrei rauchbar. Ausgerechnet diese Pfeifen sind kurioserweise bei Sammlern besonders begehrt.

Wenn Sie also ein Herz für Tradition und alte Techniken, eine Vorliebe für Dinge haben, die Generationen überstehen und weitergegeben werden, Sie möglicherweise eher zur mechanischen Uhr als zur Smartwatch greifen und sich mit Tweedsakkos und Wachsjacken eigentlich immer gut angezogen fühlen, dann haben Sie gute Chancen der Dunhill-Leidenschaft zu verfallen. Wir hätten da Inspirationen für Sie.

Virginia. Ohne ihn geht’s nicht.

Was sich im Titel relativ platt anhört hat mehrere Dimensionen. Denn ohne Virginia als Tabaksorte wäre heutiger Pfeifentabak kaum denkbar. Und auf der anderen Seite stammen im wesentlichen alle Tabaksorten von virginischen Urahnen (Nicotiana Tabacum) ab. Ohne Virginia hätte sich kein kleinblättriger Orient und kein Burley ausgebildet, und Zubereitsungsformen wie Perique, Cavendish oder Latakia wären kaum denkbar.

Einzig und allein der Nicotiana Rustica stellt eine eigene Gattung dar, und unterscheidet sich genetisch maßgeblich vom virginischen Nicotiana Tabacum. Wer dies einmal live ausprobieren möchte, muss sich unbedingt den Mac Baren HH Rustica zu Gemüte führen.

Der Tabak fand den Weg über die Spanier ins osmanische Reich. Die Bauern in Mazedonien, Thrakien, Bulgarien, Griechenland pflanzten die Tabake vor Ort an, und langsam begann ein Anpassungsprozess der Pflanzen. Die Blätter wurden kleiner, bildeten einen wachsartigen Schutzfilm aus, und ihre Zahl an der Pflanze wuchs. Eine neue Tabaksorte war geboren. Der Orienttabak- oder wie man im englischen Sprachraum sagt: „Turkish Tobacco“.

Auch Cavendish- in seinen unterschiedlichen Ausprägungen besteht im wesentlichen aus Virginia. Bei der „holländischen Methode“ Cavendish herzustellen, wird Virginia zusammen mit Burley und Orient lange gereift, gepresst und zerteilt. Für „englischen“ Black Cavendish wird ebenfalls Virginia solange mit Dampf erhitzt, bis er seine schwarze Färbung bekommen hat. In den USA wird dafür überwiegend Burley benutzt, deshalb unterscheiden sich europäische wie amerikanische Black Cavendish Tabake häufig geschmacklich ganz erheblich.

Kurzum, Pfeifentabak ist ohne Virginia nicht vorstellbar.

Doch was macht ihn aus, wie schmeckt Virginia, was sind seine Eigenschaften?

Grundsätzlich muss man festhalten, das Virginia heutzutage auf der ganzen Welt angebaut wird. Natürlich in den USA, aber auch in Kanada, in Argentinien, Brasilien, Zambia, Tanzania, Zimbabwe. Auf dem asiatischen Kontinent in Indonesien, Bangladesch, in Indien und natürlich in China, das der größte Virginiaproduzent der Welt geworden ist.

Und alle Virginia- Provenienzen finden auch in Pfeifentabaken Verwendung. Dabei tun sich vor allem die Indischen Virginiasorten hervor, die für ihre hohen Zuckergehalte geschätzt werden. Diese führen dazu, das Virginia langsam geraucht relativ süß schmecken kann. Zu hastig und heiß geraucht führt dieser zuckerreiche Virginia aber dazu, das man Zungenbrand bekommt, und die Tabake anfangen bitter und brandig zu schmecken

Afrikanische Virginias aus Zimbabwe oder Tanzania haben sich ebenfalls an die lokalen Gegebenheiten angepasst. So sind Tabakblätter aus diesen Regionen ebenfalls kleiner, ledriger, und sondern ein schützendes Öl ab. Diese Öle machen den Tabak deutlich aromatischer und kräftiger, je nach Zubereitungsart auch richtig stark. Englische Flakes sind ohne afrikanische Virginias kaum denkbar.

Die Hochwertigsten und teuersten Virginias kommen aus den USA, überwiegend aus dem Bundesstaat  Virginia. Amerikanische Virginias sind gewissermaßen der „Tausendsassa“ unter den Virginias, und bilden eine optimale Balance zwischen Würze, Süße und Rauchfülle sowie Glimmfähigkeit. Aber die Bodenbeschaffenheit spielt eine große Rolle bei der Aromatik. Vor allem ob der Boden nährstoffarm- oder Reich ist. Helle Virginias gedeihen auf nährstoffarmen Boden besonders gut, dunklere Sorten auf nährstoffreichen Böden.

Die Farbe des Virginia wird aber vor allem dadurch beeinflusst auf welche Art und weise der Tabak gedörrt wird. Geschieht dies über einem offenen Holzfeuer, wird der Tabak dunkel. Wird der Tabak über einem Kohlefeuer oder einem elektrischen Erhitzer gedörrt, wird der Tabak hell.

Virginia ist durch den hohen Zuckergehalt dabei besonders geeignet für das nachreifen, also das so genannte „Ageing“ von Tabaken. Er verändert sich über die Jahre also besonders vorteilhaft, wird milder, runder und harmonischer.

Der Pfeifenraucher blickt dabei auf ein absolut unübersichtliches Sortiment an Tabaken die Virginia enthalten. Und es wird wohl kaum einen Pfeifentabak geben (uns ist tatsächlich nur ein einziger bekannt), der keinen Virginia enthält. Jeder X- Beliebige aromatisierte Tabak besteht zumindest aus Virginia und Black Cavendish. Oder Virginia und Burley.

Daher möchten wir hier besonders die Pfeifentabake herausstellen, bei denen Virginias die Hauptrolle spielen. Also Reine Virginias, Virginia- Perique Blends, Virginia- Kentuckys, Flakes, Plugs und Twists, Cavendish und Ready Rubbed,

Besonders mit Flakes kann man den Charakter von Virginia besonders gut erkunden. Hier sei zum Beispiel der Mac Baren HH Pure Virginia genannt, der ausschließlich aus Virginia besteht, und der nicht nur gepresst, sondern heißgepresst ist. Dafür werden die Flakepressen mit dampf erhitzt. Der Tabak macht auf diese Weise eine „Nachreifung in Zeitraffer durch“, wird dabei mild, rund und er verliert seine Bissgkeit.

Ein besonders empfehlenswerter Virginia- Perique- Blend ist unser Pipe Republic St. Peter’s Flake, der mit gut 10% Perique schön würzig daherkommt. Ein sehr typischer, leicht pfeffriger Vertreter seiner Gattung, und relativ natursüß.

Abschließend sei noch unser Tasting Bundle „Virginia Explorer“ erwähnt, das einen hervorragenden einstieg in dieses Themenfeld bietet, und drei repräsentative Tabake dieses Genres enthält.

Wir wünschen viel Spaß beim entdecken!

 

Neu bei Cigarworld: „Tasting Bundles“ für Pfeifentabak

Es ist schon erstaunlich, wie viele neue Pfeifenraucher in den letzten Monaten zur Pfeife gefunden haben- und immer noch finden! Anscheinend haben Frauen wie Männer in der gegenwärtigen Lage Lust, das Pfeiferauchen auszuprobieren. Wir freuen uns natürlich über so viel Zulauf und tun unser Bestes, um keinen Neu-Pfeifenraucher im Regen stehen zu lassen.

Ein Mittel dazu ist zum Beispiel den Kunden vorsortierte Pfeifen-Anfängersets anzubieten, die es mittlerweile eigentlich von allen größeren Herstellern gibt. Aus diesem Grunde haben wir die neue Kategorie Startersets eingerichtet, in der alle Sets sauber aufgelistet sind und in der unsere Kunden je nach Belieben und Brieftasche auswählen können.

Und auch wenn einige „alte Hasen“ über diese Sets die Nase rümpfen, bieten diese Zusammenstellungen doch alles, was man benötigt, um das Pfeiferauchen zumindest einmal auszuprobieren.

Aber beim Thema Tabak mussten sich die Einsteiger bisher noch immer in einem wahren Dschungel zurechtfinden. Das haben wir nun geändert – vorsortierten Sets in der neuen Kategorie „Pfeifentabak Tasting Bundle„, mit denen man sich von einer bestimmten Geschmacksrichtung oder Stilistik ein eigenes Bild machen kann:

Erhältlich sind folgende Sets:

  • Edition English Explorer. Drei Tabake mit Latakia, aber sanft und mild. Ideal für den Einstieg in diese Richtung.
  • Edition Fruchtige Tabake. Sie lieben es süß und fruchtig, finden sich aber in der Auswahl nicht zurecht? Wir haben drei leckere Tabake für Sie!
  • Edition Oldschool. Vier Klassiker, weder zu süß noch zu würzig. Seit Jahrzehnten bewährt, ein toller Einstieg.
  • Edition Vanille. Hier ist der Name Programm. Drei Tabake, die schmecken wie sie riechen: warm, rund und süß.
  • Edition Virginia Explorer. Drei Tabake, die einen idealen Einstieg in die sehr komplexe und vielschichtige Welt der Virginia-Tabake bieten.

Wir sind der Meinung, dass die ausgewählten Tabake jeweils einen guten und repräsentativen Einstieg in die jeweilige Richtung bieten. Natürlich ist unsere Auswahl subjektiv, dessen sind wir uns bewusst. Dennoch glauben wir, dass diese Auswahl vielen Pfeifenrauchern helfen wird, sich im „Dickicht“ der unterschiedlichen Mischungen zurechtzufinden.

Wird ausgebaut und fortgesetzt!

Viel Spaß beim Probieren!

Grundwissen: Ausblühungen und Deckblattverfärbungen

Ölig, glänzend, dunkel und makellos – bei dem Anblick eines solchen Deckblattes dürfte wohl jeder Aficionada und jedem Aficionado das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Makellose Deckblätter

Doch da es sich bei Zigarren um Naturprodukte handelt, ist die absolute Perfektion doch eher die Ausnahme. Insbesondere für Zigarrenneulinge stellen sich beim Anblick eines rustikaleren oder fleckigen Deckblatt regelmäßig einige Fragen. Wir wollen diesen Blogeintrag nutzen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

 

1. Zigarrenblüte

Da bestellt man sich seine erste Kiste, Kleinpackung oder Zigarren in Tuben und die Genußvorfreude weicht einem Schrecken: Flaum auf dem Deckblatt!

Tabakblüte

Häufig erreichen uns Anrufe oder Mails besorgter Einsteiger mit der Frage, ob Ihre Zigarren verschimmelt sein. In beinahe allen Fällen kann Entwarnung gegeben werden, denn bei den Ausblühungen handelt es sich überwiegend um die sogenannte Zigarrenblüte.

Unterscheiden lassen sich bedenklicher Schimmel und die unbedenkliche Zigarrenblüte anhand der Farbe, Struktur und der Position. Unerwünschter Schimmel ist grün-gräulich und frisst sich in die Zigarre rein, er ist meist nur schwer und nicht ohne Rückstände zu entfernen. Regelmäßig tritt Schimmel am Fuß, dem Brandende der Zigarre zuerst auf und frisst sich von dort aus in die Zigarre rein. Auch geht dies typischerweise mit dem schimmeleigenen unangenehmen Geruch einher.

Sollten Sie Schimmelbefall feststellen, so sollten Sie die Zigarre – auch wenn im Netz einige „Rettungsanleitungen“ zu finden sind – entsorgen.

Die weiß bis beige Zigarrenblüte hingegen findet sich überwiegend am Kopf der Zigarre oder verteilt auf dem Deckblatt. Sie hat keinen klaren „Startpunkt“ von wo aus sie sich ausbreitet. Diese Ausblühungen lassen sich ohne großen Aufwand entfernen und verschwinden rückstandslos, es reicht ein vorsichtiges Abreiben. Auswirkungen auf das Abbrandverhalten oder den Geschmack haben die Ausblühungen nicht. Zigarrenblüte tritt gehäuft bei Tubos und kleineren Kartonagepackungen auf.

Der häufigste Grund für das Entstehen der Tabakblüte ist recht simpel erklärt: Durch das Sinken der relativen Luftfeuchte und einem höheren Wasseranteil in der Zigarre gegenüber der Umgebungsluft gibt diese ihre Feuchtigkeit nach außen hin ab. Hierbei verbleiben Salze und Mineralien auf dem Deckblatt zurück und lagern sich ab.

 

2. Deckblattflecken

Häufiger als Ausblühungen auf dem Deckblatt sind vielmehr Verfärbungen desselben.

Grüne Verfärbungen

Grüne Deckblattflecken

Grüne Verfärbungen sind vergleichsweise häufig anzutreffen und auch hier schrillen bei einigen Neulingen die Alarmglocken: Schimmel!

Aber auch hier gibt es Entwarnung, denn die grünen Stellen sind nichts weiteres als Chlorophyllansammlungen. Erfolgt der Trocknungsprozess der Tabakblätter aufgrund zu geringer Luftfeuchte und zu hohen Temperaturen zu schnell, wird das Chlorophyll nicht vollständig abgebaut. Es kommt zu teilweise grünen Verfärbungen der Deckblätter. 

Eine negative Auswirkung auf das Abbrandverhalten oder gar den Geschmack kann man nicht feststellen.

 

Gelbe Verfärbungen

Gelbe Deckblattflecken

Erfolgt die Tabaktrocknung bei zu geringer Feuchtigkeit, kommt es an einigen Stellen zu einer Verdickung gelber Pigmente und einer auch die Fermentation überdauernde Verfärbung des Deckblatts.

 

Schwarze Verfärbungen

Trocknen die Tabakblätter unter zu hoher Luftfeuchtigkeit, wird der in den Blättern enthaltene Zucker nicht gänzlich abgebaut und die Stelle verfärbt sich dunkel. In der Regel haben auch diese Verfärbungen keine geschmacklichen Auswirkungen, bei einer sehr hohen Zuckerkonzentration kann eine solche allerdings wahrgenommen werden.

Schwarzer Deckblattfleck

Deckblattverfärbungen und Zigarrenblüte sind keine gravierende Mängel, sondern vielmehr kleine optische Makel, die das Rauchvergnügen nicht schmälern.

 

Genussvolle Grüße aus Düsseldorf,

Ihr Cigarworld Team