Pfeifenmacher Manfred Hortig gestorben

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Manfred Hortig, der gestern, am 15. Januar 2026, verstorben ist. Mit ihm verliert die Pfeifenwelt einen Menschen, dessen Weg alles andere als gewöhnlich war – und genau daraus erwuchs eine Handschrift, die viele sofort wiedererkannten.

Manfred Hortig begann sein Berufsleben in der DDR als Automechaniker, bevor ihn eine Rückenverletzung zu einer grundlegenden Neuorientierung zwang. Er entschied sich für ein Studium der Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Bildende Kunst und arbeitete später in einem Kulturhaus. Nach der politischen Wende folgten unterschiedliche Stationen, bis er sich zum Landvermesser umschulen ließ und diesen Beruf bis zur Rente ausübte. Präzision, Formgefühl und ein wacher Blick für Details begleiteten ihn dabei ebenso wie seine künstlerischen Interessen.

Seine eigentliche Schaffenszeit als Pfeifenmacher begann im Ruhestand – ausgelöst durch einen kleinen Moment im Alltag. Seine Frau Angelika brachte ihm Pfeife und Tabak mit und stieß damit ein neues Kapitel an. Aus dem Wunsch, eigene Ideen umzusetzen, wurde schnell ein ernsthaftes Handwerk: Hortig arbeitete sich in die Materie ein, fertigte zunächst für sich selbst und fand über den Austausch mit anderen rasch ein Publikum.

Seit 2012 baute Manfred Hortig Pfeifen, seit 2014 war er auf nahezu jeder Pfeifenmesse in Deutschland präsent. Erst seit 2024 waren seine Pfeifen bei uns im Sortiment. Seine Arbeiten fanden über die Jahre weit über die Szene hinaus Beachtung – auch durch Pipeshows in Italien und den USA. Seine Pfeifen waren für viele nicht nur Rauchinstrumente, sondern bewusst gestaltete Unikate: oft verspielt, manchmal überraschend, stets erkennbar „Hortig“.

Charakteristisch war der Spagat, den er mühelos schaffte: kreative Formen jenseits der Konvention und gleichzeitig ein kompromissloser Anspruch an Verarbeitung und Funktionalität. Inspiration holte er sich auch im Kreis anderer Pfeifenmacher, etwa beim „Grainstorm“ in Balingen, wo Austausch und Ideen ausdrücklich Teil des Handwerks sind.

Manfred Hortig hat sich mit seinen MH-Pipes eine treue Fangemeinde erarbeitet – nicht durch Lautstärke, sondern durch Persönlichkeit, Konsequenz und die sichtbare Freude am Gestalten. Sein Werk bleibt: in den Händen von Rauchern, in Sammlungen, auf Fotos von Messen und in Erinnerungen an Begegnungen.

Er hat eine bleibenden Eindruck in der Pfeifenszene hinterlassen, den alle Beteiligten nicht vergessen werden, und sein Andenken in Ehren halten.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Ruhe in Frieden, Manfred „Manni“ Hortig.

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