Pfeiferei Stuttgart 2024. Ein Fotobericht.

Wir hatten bereits zuvor darauf aufmerksam gemacht, dass am 16.03.2024 die „Pfeiferei“ in Stuttgart – eine Pfeifenmesse in erster Linie für Pfeifenraucher – stattfand. Wir waren ebenfalls vor Ort und haben die Veranstaltung dazu genutzt, interessante Pfeifen einzukaufen, neue Pfeifenmacher zu entdecken und Kontakte zu pflegen.

Für uns war die Messe ein voller Erfolg; wir konnten fast alles umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Leider waren allerdings die Pfeifen, die Nana Ivarsson mitgebracht hatte, schon versprochen, und auch Maduela wie auch Cornelius Mänz hatten keine Pfeifen dabei, die zur freien Verfügung standen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Die Stimmung war gut, und wir konnten vier neue Pfeifenmacher von einer Zusammenarbeit mit uns überzeugen. Welche das sind, werden Sie in den nächsten Wochen und Monaten erfahren.

Wir danken den Veranstaltern für die professionelle Veranstaltung und die großen Anstrengungen, die unternommen wurden, um diese Messe zu einem Erfolg zu machen.

Ebenfalls danken wir den Pfeifenrauchern, Kunden und „gefährlichen Schweizern“, die wir kennenlernen durften. Wir hatten großen Spaß und fuhren mit Bauchmuskelkater vom Lachen nach Hause.

Unten finden Sie noch einige Fotos und Impressionen.

 

Vor dem Gebäude waren Zelte aufgebaut, damit man trotz Regen gemütlich rauchen konnte.

Die Ausstellungsräume im historischen Fachwerkgebäude waren gut gefüllt.

Hier das Gedränge am Tisch von Chris Asteriou, rechts im Hintergrund Frank Axmacher und mein Kollege Janez Valada.

Legenden unter sich: Nana Ivarsson und Manduela aus Dänemark.

Bruno Nuttens und Jürgen Moritz im Fachgespräch. Bruno hatte sehr schöne Bings dabei, die bald bei uns zu finden sind.

Klassischer Svendborg-Stil von Manduela.

Nana Ivarsson, die Enkelin von Sixten Ivarsson, war sehr zugänglich und auskunftsfreudig. Leider konnte man ihre Pfeifen nicht kaufen.

Frank Axmacher hatte nach längerer Schaffenspause wieder unglaublich filligran und präzise gebaute Pfeifen dabei. Für uns ein absolutes Highlight.

Jürgen Moritz mit seinem tollen Sortiment. Seine Pfeifen bieten ein hervorragendes Preis- Leistungs-Verhältnis.

Die Pfeifen von Chris Asteriou. Kaum waren sie da, waren sie auch schon wieder weg.

Chris Asteriou und seine Frau im Fachgespräch mit Cornelius Mänz.

Christophe Wolff.

Der „Erfinder“ der modernen Lesepfeife, Paul Becker, mit seiner schönen, attraktiven Ware.

Tom Richard Mehret mit seinen handfüllenden, top gearbeiteten Pfeifen.

Pfeifenraucher unter sich.

Das Bier „danach“ im Holzkrug in Stuttgart-Vaihingen.

Fotobericht aus Rellingen: Bei Kopp Tobacco wird Pfeifentabak gemacht!

Gestern, am 21.03.24, hatte ich die Gelegenheit, Thomas Nitsche von Kopp Tobacco (ehemals Kohlhase & Kopp) in Rellingen zu besuchen und ihm über die Schulter zu schauen. Thomas Nitsche ist Masterblender und Produktionsleiter sowie das „Aushängeschild“ des Unternehmens in Pfeifenraucherkreisen.

Es war auf jeden Fall eine inspirierende Erfahrung und die neuen Eindrücke verfehlen ihre Wirkung nicht. Weitere Projekte sind in Planung!

Kopp Tobacco stellt derzeit gut 100-120 Tonnen Pfeifentabak im Jahr her und ist massiv auf Erfolgs- und Expansionskurs. Das geht natürlich nicht spurlos an den Lagerhallen vorüber. Die Gebäude platzen wortwörtlich aus allen Nähten.

So musste man in der Nachbarschaft schon einige zusätzliche Lagerhallen anmieten. Langfristig plant man hier allerdings eine dauerhafte Lösung.

Wie viele wissen, ist das Produktionsmodell in der Pfeifentabakherstellung von Kopp einzigartig. Die Tabake werden überwiegend von der Scandinavian Tobacco Group (STG) geliefert. Dies erfolgt in unterschiedlichen Aufarbeitungsgraden. Teilweise wird reiner Rohtabak geliefert, der dann vor Ort weiterverarbeitet wird, teilweise fertige Tabakkomponenten, wie z.B. Ready Rubbed Virginia oder Kentucky. Auch fertige Grundmischungen und komplette Blends werden geliefert, diese sind allerdings in der Minderheit.

Dies hat in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass Kopp Tobacco in einigen Bereichen  das Image des „Umetikettierers“ hatte. Diese Annahme spiegelt sich allerdings nicht in der Realität wieder und trägt nicht dem Umstand Rechnung, wie viel (Hand-)Arbeit in jeder Mischung steckt.

Dennoch möchte man zukünftig deutlich unabhängiger werden. Die ersten bedeutenden Schritte wurden auch schon gegangen. Dazu gehören eigene Flakepressen. Bisher ist es so, das alle Flakes zu 100% von der STG geliefert werden. Die eigenen Flakepressen werden das Angebot ergänzen und Kopp dazu in die Lage versetzen, feine Spezialitäten, die für einen Großhersteller wie die STG zu speziell sind, selbst herzustellen. Dies heißt allerdings nicht, das man die Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen zurückfährt. Man möchte sich einfach befähigen, spezielles Blattgut selbst zu verarbeiten, das ohnehin für große Lieferanten nicht attraktiv ist, da viel zu wenig davon vorhanden ist.

Die Herstellung des bisher raren Fayyum Kake der erst kürzlich übernommenen Marke HU Tobacco ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass man den eigenen Anspruch auch in echte Produkte umsetzen möchte. Grundsätzlich bewegt man sich wieder hin in Richtung „alles aus einer Hand“, vom Rohtabak bis zum Endprodukt. Man wird in den nächsten Jahren und Monaten weitere Schritte sehen.

Das Tabakmischen ist integraler Bestandteil des Betriebes, und dies schon seit Anfang an. Dazu trägt bei, dass die Produktionshallen einst die Tabakfabrik Wehde beheimateten. Wehde war ein bekannter, norddeutscher Tabakhersteller, der vor allem für seine feinen, englischen Mischungen bekannt war. Wehde war der ursprüngliche Hersteller der Torben Dansk Tabake und der Tabake aus dem Hause Trennt in Kiel.

Schon wenn man das Betriebsgelände betritt, kommt einem der unnachahmliche Geruch nach Pfeifentabak – oder was man klischeemäßig dafür hält – entgegen. Dies setzt sich in den Werkshallen in unterschiedlichen Intensitäten fort. Kein Wunder, denn die Produktion der Mischungen läuft ununterbrochen. Gemischt werden:

  • Mischungen der eigenen Handelsmarken, wie z.B. Rattray’s, Ashton, Robert McConnell, Kopp Tobacco, usw.
  • Private Label Mischungen oder Marken, die nicht in Deutschland vertrieben werden und/oder nicht zu den eigenen Marken zählen.
  • Standardmischungen für Fachhändler, aus denen für Hausmischungen ausgewählt werden kann (auch in kleinerer Menge)
  • Hochindividuelle Mischungen für Fachhändler, die exklusiv und ausschließlich für sie hergestellt werden (z. B. unser „The Eagle“, nur in größerer Menge)

So deckt man die ganze Bandbreite des Bedarfs an Pfeifentabak ab.

Besonders aufwändig und kompliziert sind dabei die unterschiedlichen, länderspezifischen Label und Warnhinweise, die zum Teil auch innerhalb der EU ganz erheblich voneinander abweichen. Ein großer Teil der Produktion entfällt daher auf die Etikettierung, die durch den hohen Individualisierungsgrad nur per Hand durchgeführt werden kann. Grundsätzlich ist die Mechanisierung deshalb auf einem relativ geringen Niveau, und die Handarbeit hat einen hohen, dominanten Stellenwert.

Neben der Herstellung von Pfeifentabak, betätigt man sich schon seit Beginn als Importeur für feine Tabakspezialitäten aus aller Welt. Die Zigarre nimmt dabei einen hohen Stellenwert ein, viele Lagerräume sind klimatisiert und werden befeuchtet, um die karibischen Tabake fachgerecht zu lagern.

Auch Pfeifentabake spielen beim Import eine große Rolle. So ist man seit einigen Jahren der Importeur von Samuel-Gawith-Tabaken und zukünftig ebenfalls von Gawith & Hoggarth. Dabei spielt allerdings noch immer die Frachtproblematik von Tabakprodukten aus UK eine Rolle. So ist es offenbar so, dass der Spediteur von oder nach Großbritannien mit allen Steuern und Zöllen in Vorleistung gehen muss. Klar, dass sich kaum jemand findet, der dazu in der Lage ist.

Zuletzt spielt allerdings der US-amerikanische Hersteller Cornell & Diehl eine gewichtigere Rolle. Man erhält die fertigen Mischungen aus den USA und verpackt sie selbst vor Ort. Die Ersparnis ist so ganz enorm. Weitere Sorten die auf den deutschen Markt eingeführt werden stehen unmittelbar vor der Markteinführung, und es werden auch gefragte Limited Editions über das Jahr verteilt erhältlich sein.

Gladora Tobacco aus der Türkei ist mit den Pesse Canoe Flakes die letzte Ergänzung des Sortiments. Man ist vom Erfolg der Flakes wirklich überrascht, wenngleich Thomas Nitsche von Anfang an anmerkte, dass er glaubt, dass die drei Produkte in Ihrer Nische im Moment vergleichsweise das absolut beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Man verkauft sie so gut, dass von den drei Regalplätzen zwei schon wieder leer sind. Aber keine Sorge, Nachschub ist auf dem Weg! Thomas Nitsche wird sich außerdem noch in diesem Frühjahr auf den Weg in die Türkei begeben. Mal schauen was er uns mitbringen wird!

Alles in allem war es ein überaus interessanter Besuch, der gezeigt hat, wie viel Arbeit in der Herstellung von so individuellen Tabaken steckt.

Thomas Nitsches Fachkenntnis ist überragend, und das Unternehmen tut gut daran ihm weiterhin den kreativen Spielraum zu geben, den man in diesem Beruf für den Erfolg braucht.

Einen großen Dank an Thomas Nitsche sowie dem gesamten Team von Kopp Tobacco in Rellingen.

 

Zu Gast in Honduras und Nicaragua: Rocky Patel Factory Tour 2024

Kürzlich besuchten Christian Ferlemann und Yannick Specht für CIGARWORLD die Produktionsstätten von Rocky Patel Premium Cigars in Mittelamerika. Diese Erfahrung unterstrich einmal mehr, wie unterhaltsam Geschäftsreisen in der Tabakindustrie sein können.

Am 29. Februar 2024 begann die Reise unserer Kollegen von Düsseldorf über Paris nach Miami. Die Stadt ist für ihre ausgeprägte Zigarrenkultur bekannt; allein in Florida leben annähernd eine Million Exil-Kubaner. Während eines Ausflugs in das Viertel Little Havana wurden authentisches karibisches Essen und Zigarren kubanischer Machart probiert.

Während in Europa häufig strikte Rauchverbote herrschen, zeichnet sich Miami, insbesondere der Española Way in South Beach, durch eine raucherfreundliche Atmosphäre aus. Hier können Aficionados ihre Zigarren mit den passenden Speisen und Getränken genießen.

Vorbesprechung und Weiterreise

Am Abend vor der Weiterreise nach Mittelamerika traf sich die CIGARWORLD-Delegation mit Kolja Kukuk, dem Organisator und Leiter der Tour. Kolja verantwortet mit seiner Firma CigarConsult International den Vertrieb und das Marketing von Rocky Patel Premium Cigars außerhalb der USA.

Vom Miami International Airport aus startete am nächsten Tag der Flug nach Comayagua. Bei ihrer Ankunft in Honduras wurde die Gruppe, der sich zwischenzeitlich auch Branchenkollegen aus Norwegen und den USA angeschlossen hatten, herzlich vom Rocky-Patel-Team begrüßt. Ein Shuttlebus brachte die Teilnehmer in die südwestlich gelegene Stadt Danlí. Im Laufe der Reise sollte der Bus noch für einige Überraschungen sorgen – doch dazu später mehr.

Gut versorgt mit Zigarren und kühlen Getränken erreichte die Gruppe in der Abenddämmerung das Gästehaus in Danlí. Das dortige Personal hatte schon alles für ein gemeinsames Essen vorbereitet. Die kürzlich eingeführte Rocky Patel Dark Star erfreute sich großer Beliebtheit und harmonierte mit ihrem vollmundigen Geschmack ausgezeichnet mit den üppigen Gerichten.

Honduras: Fermentation, Rollen, Reifung, Verpackung

Riesige Hallen, hunderte von Rollern und tonnenweise Tabak: Die Ausmaße, in denen Zigarren in Honduras produziert werden, sind für den europäischen Genießer kaum vorstellbar. Rocky Patel produziert in enger Zusammenarbeit mit dem Traditionshaus Plasencia bis zu 40 Millionen Zigarren im Jahr. In großen Haufen, sogenannten Pilones, wird der getrocknete und gebündelte Tabak oft über Monate fermentiert und regelmäßig umgeschichtet.

Rocky Patel Factory Danlí

Nach der Fermentation werden die Tabake sortiert und von der Mittelrippe getrennt. Nach einer erneuten Klassifizierung durchlaufen sie die Endfertigung. In der Fabrik von Rocky Patel arbeiten stets zwei Torcedores an einer Zigarre. Während der eine die Puppe – den Wickel aus Einlagetabaken und Umblatt – bindet, vollendet der andere Roller die Zigarre mit einem Deckblatt. Anschließend wird das Zugverhalten jeder einzelnen Zigarre durch eine spezielle Maschine geprüft.

Die Reiseteilnehmer erhielten die einmalige Chance, ihre eigenen Zigarren zu kreieren. Eine Auswahl verschiedener Tabake konnte probiert werden. Professionelle Roller stellten im Anschluss maßgeschneiderte Testzigarren her, die auf die Wünsche der Teilnehmer abgestimmt wurden.

Christian Ferlemann (l.) und Yannick Specht (r.) bei der Tabakauswahl

Christian Ferlemann (l.) und Yannick Specht (r.) bei der Tabakauswahl

Im Anschluss an die Fabrikbesichtigung setzte die Reisegruppe ihren Weg zu einem Unternehmen fort, das sich auf die Herstellung von Zigarrenkisten spezialisiert hat. Dort wird Naturholz getrocknet, abgeschliffen, verleimt und veredelt. In der Halle breitete sich der vertraute Duft von Zedernholz aus, den Aficionados aus ihren heimischen Humidoren kennen. Der Betrieb stellt ebenso Kisten für viele andere Marken her, die man auf Cigarworld.de finden kann – allerdings sind Einzelheiten dazu streng vertraulich. ;-)

Nach einem kurzen Intermezzo in einer lokalen Zigarrenlounge erwartete die Reisegruppe ein unterhaltsamer Abend im Gästehaus. Für die musikalische Begleitung sorgte eine einheimische Band, während die Teilnehmer die Gelegenheit hatten, am eigens dafür eingerichteten Tisch das Zigarrenrollen selbst auszuprobieren. Der Tag klang mit erstklassigen Zigarren und köstlichem Essen aus.

Nicaragua: Anbau, Ernte und Trocknung

Für Dienstag war ein Besuch der Einrichtungen von Rocky Patel in Nicaragua geplant. Nach langwierigen Grenzkontrollen erhielt die Gruppe schließlich die Erlaubnis, in das Land einzureisen. Estelí, das Herzstück der Zigarrenherstellung in Nicaragua, beherbergt die Produktionsstätten zahlreicher angesehener Marken wie My Father Cigars, A.J. Fernandez und Drew Estate. Je näher die Gruppe Estelí kam, desto üppiger wurde die Vegetation und Tabakfelder erstreckten sich, soweit das Auge reichte.

Zuerst wurde die von Rocky Patel betriebene Tabacalera Tavicusa besichtigt, wo unter anderem die Zigarrenlinien Disciple, Fifty-Five und Sun Grown Maduro produziert werden. Die Atmosphäre in der Tabacalera war familiär, und die Arbeiter schienen sehr vertraut miteinander. Ein besonderes Highlight war die Gelegenheit, die neue Rocky Patel Year of the Dragon noch vor ihrer Markteinführung zu probieren.

Gegen Mittag begab sich die Gruppe zu den Feldern am Stadtrand. Auf der Finca Villa Cuba widmet sich das Team dem Anbau, der Ernte und dem Trocknen von Tabak. In Gewächshäusern werden aus firmeneigenem Saatgut kräftige Jungpflanzen herangezogen. Um die Pflanzen widerstandsfähiger zu machen, schneiden die Arbeiter sie vor der Umsetzung ins Freiland stark zurück. Die Tabakpflanzen werden unter praller Sonne, Sun Grown, angebaut – dieses Verfahren verspricht eine intensive Aromatik.

Rocky Patel unterteilt Tabakpflanzen in sogenannte Primings, die die Blattebenen von unten aufsteigend nummerieren. Immer zwei dieser Primings werden gleichzeitig geerntet – beginnend mit den untersten Ebenen 1 und 2. Der Pflanze werden zwischen den Ernten Erholungszeiten gewährt.

In den benachbarten Trockenhäusern werden die geernteten Blätter aufgeschnürt und auf Stöcken aufgereiht. Diese Stöcke werden dann von Arbeitern in die Trockengestelle eingesetzt, sodass die Blätter gleichmäßig trocknen können. Die Trockengestelle befinden sich teilweise in mehreren Metern Höhe, und es sind mehrere Arbeiter erforderlich, um diese zu erreichen. Es ist wichtig zu betonen, dass sämtliche Arbeiten von Hand durchgeführt werden! Die Trocknung von Tabak ist grundsätzlich ein komplexer Prozess, der viel Aufmerksamkeit erfordert.

Am Nachmittag trennte sich die Reisegruppe. Während die norwegischen Kollegen in Nicaragua verblieben, traten die übrigen Teilnehmer den Rückweg an. Doch sie kamen nicht weit: Auf halber Strecke zwischen Estelí und der honduranisch-nicaraguanischen Grenze streikte der Bus. Trotz der gemeinsamen Anstrengungen von Fahrer, Anwohnern und Passanten konnte die Kupplung nicht repariert werden. Der Verdacht kam auf, dass diese von den nicaraguanischen Beamten „zu gründlich“ bei der Einreise inspiziert worden sei. Nur durch ein spontan organisiertes Ersatzfahrzeug konnte die Heimreise fortgesetzt werden.

Nach mehr als 15 Stunden endete schließlich der Ausflug, und die Gruppe traf im Gästehaus in Danlí ein. Dort wartete eine angenehme Überraschung auf die Teilnehmer: Jeder erhielt fünf Exemplare seiner am Vortag individuell geblendeten Zigarren, präsentiert in einer edlen Schmuckschachtel.

Verabschiedung und Abreise

In den Morgenstunden, mit ihren eigenen Zigarren im Gepäck und noch beeindruckt von den Eindrücken der vergangenen Tage, machten sich Christian und Yannick zusammen mit ihren amerikanischen Kollegen auf den Heimweg. Kolja blieb für weitere Projekte in Honduras.

Die Rocky Patel Factory Tour ermöglichte nicht nur einen tiefen Einblick in die Geheimnisse der Zigarrenproduktion, sondern bot auch zahlreiche gemütliche Momente und Gelegenheiten, neue Bekanntschaften zu machen. Insgesamt wird die Reise den Teilnehmern noch lange positiv in Erinnerung bleiben.

Die Vauen Frühjahrsneuheiten 2024 sind da!

Social Media war in den letzten Tagen schon voll mit Fotos der Vauen Frühjahrsneuheiten 2024. Dieses Mal sind sicher auch ein paar neue Pfeifen und Konzepte dabei, die über das übliche Maß an Neuerung und Experimentierfreude hinaus gehen, dazu später mehr.

Kommen wir zunächst zur neuen Vauen Jahrespfeife 2024. Sie überzeugt mit ihrer schlichten, wenn auch sehr eleganten Formgebung. Sie atmet den Geist dänischer Klassik, und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, dass ein Former oder Eltang der Macher dieses Shapes wäre.

Einzig das „überlappende“ Mundstück, das mit einer Wulst am Holmübergang aufwartet, stört unserer Meinung nach den harmonischen Gesamteindruck. Leider hat man bei Vauen immer wieder das Gefühl, dass man sich durch vermeintlich innovative Ansätze die schönsten Entwürfe selbst beschädigt.

Positiv sind in jedem Fall die interessanten Farbtöne zu werten. Denn es gibt wieder eine dunkelgrüne Variante (die in den letzten Jahren besonders erfolgreich war), eine Variante in dunkelbrauner Kontrastbeizung (sehr gelungen!) sowie eine blau lackierte Variante, die an die Vauen Azzuro erinnert. Neben einer sandgestrahlten Variante wird jetzt auch wieder eine rustizierte Jahrespfeife angeboten. Back to the 90s!

Die eigentliche Sensation ist dieses Jahr allerdings die Vauen Jucan, die unter gewissen politischen Vorzeichen zu sehen ist. Durch die anstehende Cannabis-Legalisierung hofft man bei dieser Pfeife ganz offensichtlich auf neue Käuferschichten.

Dabei ist diese Pfeife durchaus sehr hochwertig gemacht, und das gesamte Konzept überzeugt bis ins Detail. Trennt man das Mundstück, hat man in zwei zusätzlichen Bohrungen Platz für den eigens konstruierten und mitgelieferten Pfeifenstopfer, sowie für einen Ersatzfilter mit 6mm Durchmesser.

Der Metalldeckel am „Kopf“ ist abnehmbar und bietet Platz für eine weitere Portion Tabak – oder „was-auch-immer“ man dort unterbringen möchte.

Geliefert wird die Vauen Jucan in einer zylindrischen Verpackung aus gefrästem Aluminium, die nicht nur wasser-, sondern auch geruchsdicht sein soll. Wir sind gespannt!

Die diesjährige „Designerpfeife“ von Vauen nennt sich Vauen Felix. Das Produkt wurde gestaltet von Felix Hoffmann, der als freier Industriedesigner tätig ist. Die Pfeife zeichnet sich aus durch klare Linien, Standfähigkeit und einen feinen Silberring. Die weiß lackierte Variante hat dieses Mal kein schwarzes, sondern ein dunkelblaues Acrylmundstück. Geliefert werden die Pfeifen wieder in einer aufwändigen Geschenkverpackung, die sich als Display nutzen lässt.

Beim Thema „Designpfeife“ stellen wir uns auch dieses Jahr wieder die Frage, warum Vauen auf externe Kräfte zurückgreift, und nicht auf einen der zweifellos sehr begabten deutschen Pfeifenmacher herantritt und eine Kooperation eingeht? Wir haben so viele Talente in der deutschen Pfeifenwelt, die von Deutschlands größter Pfeifenmanufaktur leider komplett ignoriert werden.

Die Serie Vauen Jay ist weitaus konventioneller und klassischer. Sechs Shapes, jeweils in glatt mit mattschwarzer Lackierung sowie dunkelbraun sandgestrahlt. Das besondere bei dieser Serie ist das gravierte Messingband, das Designanleihen an die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts zeigt.

Auch die Vauen Dante ist eher konventionell unterwegs. Dunkelbraune, kontrastgebeizte, sandgestrahlte Oberfläche in Kombination mit einem cappuchinobraunen, melierten Acrylmundstück. Dieses ist zur Abwechslung nicht auf hochglanz poliert, sondern matt, was der Serie einen besonderen Charakter verleiht.

Last but not least möchten wir auf die Serie Vauen Lessing eingehen, die in Hinblick auf das gesamte Vauen-Sortiment und der Geschichte des Unternehmens eine absolute Ausnahmeerscheinung ist. Denn es ist eine der sehr, sehr seltenen Serien von Vauen, die komplett ohne Filterbohrung auskommen! Selbst 6mm-Filter passen nicht!

Als Pfeifenhänder die den Bereich filterlose Pfeifen pflegen, begrüßen wir diese Entwicklung ganz besonders. Denn die Pfeifenraucher, die in Deutschland ohne Filter Pfeife rauchen, wurden oft ignoriert und vergessen. Erfahrungsgemäß sind es allerdings gar nicht so wenige. Tendenziell sind es in den letzten Jahren sogar mehr geworden.

Allerdings fehlt uns das Verständnis dafür, warum Vauen diese Serie nicht klassischer gestaltet und stattdessen auf ein quietschgelbes Acrylmundstück in Kunstbernsteinoptik zurückgreift. Freunde filterloser Pfeifen sind für gewöhnlich große Anhänger der Klassik. So kann man sich nicht dem Eindruck erwehren, dsas Vauen auch hier wieder Opfer des eigenen „Innivationstriebes“ ist, der auf Vieles zielt, aber an der eigentlichen Zielgruppe vorbeischießt.

Dennoch bleibt ein positiver Gesamteindruck. Denn eins ist klar, über die Neuheiten wird in der Pfeifenwelt gesprochen, die Aufmerksamkeit liegt ganz klar bei Vauen. Schön, dass wir im eigenen Land einen Pfeifenhersteller haben, der so starke Impulse setzt.

 

Mit Arnold André in der Dominikanischen Republik

Zu einer Dienstreise der angenehmen Art brach unser Kollege Thomas Haack auf. Er stattete den Tabacaleras von Arnold Andre und von La Aurora einen Besuch ab. Was ihn in der „Welthauptstadt der Zigarren“ erwartete.

Von Frankfurt am Main aus ging es nonstop in den Ferienort Puerto Plata im Norden der Dominikanischen Republik. Während die meisten Reisenden sich hier auf einen Urlaub unter Palmen freuen, ließ Thomas den paradiesischen Strand (vorerst) links liegen, denn es ging mit der Reiseleitung von Arnold Andre nach Santiago de los Caballeros.

Gleich an seinem ersten Tag nach der Ankunft in der „Welthauptstadt der Zigarren“, wie die Metropole im Cibao-Tal gern genannt wird, stand ein Besuch bei Arnold Andre auf dem Programm. In deren eigener Tabacalera La Dominicana werden die bei uns sehr beliebten Zigarren von Buena Vista, Carlos André und Montosa gerollt.

Geschäftsführer Hauke Luckow höchstpersönlich ließ es sich nicht nehmen, den Gästen die Manufaktur zu zeigen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es außerdem die Gelegenheit, die Zigarren des Hauses einmal gründlich zu probieren.

Der zweite Tag führte hinaus auf die Tabakfelder. Hier, in der weitläufigen Ebene des Cibao-Tals, war allerhand Wissenswertes über den Anbau zu erfahren. Neben den beeindruckenden Impressionen der wunderschönen Landschaft nehmen die Teilnehmer spannende Informationen rund um Fermentation und Verarbeitung des Rohtabaks mit nach Hause.

La Aurora, mit 120 Jahren die älteste Tabacalera des Landes, stand am dritten Tag an. Arnold André ist ihr Deutschland-Importeur, und Manuel Inoa, Masterblender, Markenbotschafter und Gesicht des Unternehmens empfing die Reisegruppe persönlich. Neben der Werkstatt wurde auch das angeschlossene Museum besichtigt, bevor es abends noch einmal zu Arnold Andre La Dominicana ging. In der Karibik selbst eine Zigarre zu rollen (oder es wenigstens versuchen) – diese Chance ließ sich keiner der Teilnehmer entgehen.

Ihren Abschluss fand die Reise im Ferienort Puerto Plata. Neben dem Traumstrand zum Verlieben (oder auch einfach Nichtstun) lud der historische Stadtkern mit Bars und Sehenswürdigkeiten, in Kultur und Lebensgefühl der Karibik einzutauchen. Wohl nirgends könnte man die Heimat dieser erlesenen Zigarren besser kennenlernen als bei einem Smoke unter Einheimischen!

Tabak-News: Bald eine internationale Marke exklusiv bei Tabac Benden, neue Bestseller, 250g Packungen bei DTM

Zugegeben, die Überschrift hört sich ein bisschen wild an. Aber uns fiel beim besten Willen keine andere Möglichkeit ein, so verschiedene Themen besser zu beschreiben.

Eins haben die Themen aber gemeinsam: Es geht um Pfeifentabak!

Kommen wir zum ersten Punkt: In nicht allzu ferner Zukunft werden Sie bei uns einen Pfeifentabak kaufen können, der international sehr verbreitet ist. Einst war er sehr beliebt im anglo-amerikanischen Raum. Es gibt ihn nun schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr auf dem deutschen Markt. Er ist etwas für die Freunde naturnaher Mischungen, angenehm mittelkräftig und als Loose Cut geschnitten. Sobald er eingetroffen ist, werden wir hier davon berichten!

Zum Punkt zwei: Kennen Sie eigentlich auf unser Seite schon die Funktion, die Bestseller anzeigen zu lassen? Das ist häufig sehr aufschlussreich. In denn vergangenen Jahren waren auf den ersten Plätzen immer Vauen Auenland und Peterson Early Morning Pipe. Es gibt aber einen neuen ersten und dritten Platz. Und zwar unseren St.Barry und Meermin! Wir sind jedenfalls sehr glücklich das unsere Hausmarken so sehr Anklang bei Ihnen finden. Es spornt uns an, diesen Bereich weiter für Sie auszubauen. Herzlichen Dank dafür!

Der dritte Punkt betrifft 250g Großpackungen von Dan Tobacco sowie weitere Packungsgrößen und weniger bekannte Sorten aus diesem Hause. Hier haben wir erheblich „aufgerüstet“ und wollen so unserer Kundschaft nahezu ein Vollsortiment anbieten. Nach der Schließung von Dan Pipe waren viele Kunden auf der Suche nach einer neuen Quelle für ihre heißgeliebten DTM-Tabake, die sie oft bei uns gefunden haben. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, haben wir unser Sortiment ausgebaut. Wir hoffen, dass unsere Kunden auch dies honorieren.

Zum International Pipe Smoking Day 2024: 15% Rabatt auf alle Pfeifen und Pfeifenzubehör bei Cigarworld

Kurzmitteilung

Es ist wieder so weit, der International Pipe Smoking Day (ja, den gibt es wirklich, nachzulesen in unserem Artikel von 2022) steht an!

Wie auch im letzten Jahr wollen wir diesen Tag mit satten Rabatten für Pfeifenraucher begehen.

Deshalb gibt es bei Cigarworld vom 17.02. – 20.02.2024 ganze 15% auf alle Pfeifen und sämtliches Pfeifenzubehör. Davon ausgenommen sind bereits reduzierte Artikel.

Wenn Sie also schon länger eine bestimmte Pfeife „im Auge“ haben, wäre jetzt die passende Gelegenheit zuzuschlagen. Beeilen Sie sich, denn wie die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, wird unsere Aktion gerne und ausgiebig genutzt.

Sollten Fragen während der Aktion auftauchen, nutzen Sie am besten unsere Email- Adresse pipes (at) cigarworld.de. Wir melden uns so schnell wie möglich zurück.

Bitte Vormerken: 2. Internationale Pfeifenmesse „Pfeiferei“ in Stuttgart-Vaihingen am 16.03.2024

Nachdem die Berichterstattung in der Fachpresse wie auch auf diversen Social-Media-Kanälen an Fahrt aufgenommen hat, möchten auch wir den Fokus auf eine Veranstaltung lenken, die am 16.03.24 in Stuttgart stattfinden wird. Es geht um die 2. Internationale Pfeifenmesse „Pfeiferei“ in Stuttgart-Vaihingen, die zwischen 10 und 16 Uhr in die historischen Kulisse des Gebäudes „Alte Kelter“ (Kelterberg 5) einlädt.

Das Ganze wird organisiert von Folkmar Schiek und seinem Team. Schon im letzten Jahr hat er mit diesem Veranstaltungsrahmen für Aufmerksamkeit gesorgt.

Es haben sich einige bekannte, teils berühmte Pfeifenmacher und Pfeifenmacherinnen  angekündigt, und auch zahlreiche bisher weniger bekannte Namen sind vermerkt. Eine so hohe „Pfeifenmacher-Dichte“ auf einem Fleck in Deutschland hat es mit Sicherheit seit Jahren nicht gegeben. Dies ist auch einer der Gründe warum wir uns entschlossen haben, uns die Messe selbst anzuschauen.

Hier ein kleiner Ausschnitt der Pfeifenmacher, die sich angekündigt haben:

Und viele mehr, insgesamt an die 40 Anmeldungen!

Außerdem wird Thomas Nitsche von Kopp Tobacco dabei sein, um Tabakneuheiten zu präsentieren und Einblicke in das Tabakblending zu gewähren.

Für das leibliche Wohl wird gesorgt, und auch für Rauchmöglichkeiten, denn im historischen Messegebäude darf aus Brandschutzgründen nicht geraucht werden. Daher werden vor dem Gebäude Zelte aufgestellt, in die man sich auf eine Pfeife niederlassen kann.

Natürlich ist die Messe selbst kostenlos! Die Pfeifen, die bei den Pfeifenmachern ausgestellt werden, sind es nicht! :-)

Einige Hotels sind ebenfalls in unmittelbarer Umgebung.

Wer Interesse an handgemachten Pfeifen hat, wer die internationale Crème de la Crème des Pfeifenbaus kennenlernen möchte, wer vorhat, sämtliche Pfeifenbauer leerzukaufen (was wir sehr hoffen) oder sich einfach nur mit Gleichgesinnten austauschen will, ist bei der Pfeiferei in Stuttgart nach unserer Ansicht bestens aufgehoben.

Wir sehen uns vor Ort!

Tobias Geisel hat in seinem Podcast „Strankorbgedöns“ ein interessantes Interview mit Folkmar Schiek zur Pfeiferei 2024 veröffentlicht.

Angelo der Pfeifengenießer hat auf seinem YouTube Kanal ebenfalls ausgiebig über diese Veranstaltung berichtet.

 

 

Legenden der Pfeifenwelt: Jess Chonowitsch

Als wir Ende letzten Jahres publik machten, dass wir am Ankauf von Pfeifensammlungen interessiert sind, kontaktierte uns der Sohn eines ehemaligen Pfeifensammlers und bot uns die Sammlung an. In der Sammlung waren einige Pfeifen überaus namhafter Hersteller. Unter anderem von Jess Chonowitsch. Natürlich griffen wir zu. In diesem Zuge sind wir nun zu einigen hochinteressanten Stücken gekommen. So ist es aber auch nötig geworden, etwas genauer auf den legendären Namen einzugehen.

Jess Chonowitsch gehört zweifelsohne zu den absoluten Legenden der dänischen Pfeifenmacher-Avantgarde. Kaum jemand hat eine höhere Reputation, es gibt kaum andere Pfeifen, die mehr Begehrlichkeiten wecken, und man findet nur wenige Pfeifen, für die höhere Preise gezahlt werden. Dies alles verstärkte sich umso mehr, als er sich 2006 aus dem Geschäft zurückzog. Kenner zählen seine Pfeifen zu den besten, die je gebaut wurden und je gebaut werden.

Sein Ruf begründet sich nicht nur in seinem ständigen Streben nach Perfektion – der er sehr nahe gekommen ist -, sondern auch in seiner hohen Kreativität und Innovationskraft. Hinzu kommen seine kompromisslosen Ansprüche an Bruyere. Man wird wohl keine Pfeife mit einem „Jess Chonowitsch“ Stempel finden, die nicht makellos ist.

All dies kommt natürlich nicht von ungefähr, denn er ist der Sohn keines Geringeren als Emil Chonowitsch, ebenfalls Pfeifenmacher und jahrelang bei Poul Rasmussen (Anne Julies Ehemann) tätig. Jess arbeitete später mit seinem Vater in einer gemeinsamen Werkstatt zusammen.

Seine Anfänge machte Jess allerdings ebenfalls bei Poul Rasmussen, bei dem er das Pfeifenmacherhandwerk aus der Perspektive des Reparateurs kennenlernte. Nach dem frühen Tod von Poul wechselte er zum Fachhändler und Pfeifenmanufakteur W.Ø. Larsen, der zu diesem Zeitpunkt sehr viele Pfeifen herstellte. Hier war Hans „Former“ Nielsen zu dieser Zeit Leiter der Produktion. Zwar war jede Pfeife handgemacht, aber es gab festgelegte Shapes und Finishes. Jedes Shape hatte eine eigene Nummer. Diese Zeit war sehr lehrreich für Jess, wenn auch sehr frustrierend, denn seine Kreativität konnte er so kaum ausleben.

So suchte er nach einer Möglichkeit kreativ zu arbeiten und fand sie bei keinem Geringeren als Sixten Ivarsson. Am Vormittag arbeitete er bei W.Ø. Larsen, am Nachmittag wechselte er zu Sixten Ivarsson. Seine Arbeit hier wurde allerdings zunächst nicht honoriert. Erst als Sixten der Meinung war, dass seine Pfeifen gut genug waren den Stempel „A Ivarsson Product“ zu tragen, wurde er für seine Arbeit bezahlt.

Jess Chonowitsch liebte die Arbeit bei Sixten Ivarsson, denn hier lernte er kreative Freiheit kennen. Was allerdings nicht hieß, dass Sixten seine Arbeit nicht kritisierte. Im Gegenteil: Er kritisierte ihn scharf und machte ihn so nur noch ehrgeiziger, seine Fähigkeiten und Formensprache zu verbessern. Von ihm lernte er, dass Mundstücke integraler Bestandteil des kreativen Prozesses sind – und nicht „notwendiges Übel“.

1970 beendete er die Zusammenarbeit mit Sixten Ivarsson und stand auf eigenen Füßen. Durch ihn hatte er wichtige Geschäftskontakte nach Japan, in die USA, in die Schweiz und nach Deutschland geknüpft. So fand er dankbare Abnehmer seiner eigenen Pfeifen.

In den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts war er als bedeutender Designer einiger wichtiger Pfeifenshapes für Stanwell tätig, die heute bei Kennern besonders gefragt sind

Es ist schwer zu sagen, wieviele Pfeifen Jess Chonowitsch in seiner Karriere fertigte, aber es müssen in den 80ern einige hundert pro Jahr gewesen sein. Als er sich 2006 zurückzog baute er noch hin und wieder zum Vergnügen eine Pfeife, die entweder in die USA oder in die Schweiz gingen. Es waren aber nie mehr als ein, zwei Dutzend pro Jahr.

Jess Chonowitsch Pfeifen sind nicht nur in technischer Hinsicht ein Hochgenuss, sondern auch in ästhetischer Hinsicht. Seine Pfeifen sind zu 95% glatt, poliert und mit hervorragender Maserung. Sehr, sehr selten sandgestrahlt. Er verwendet gerne Bambus für die Holme. All seine Pfeifen haben den bekannten, runden „Jess Chonowitsch Denmark“ Stempel. Einige sehr besondere Pfeifen haben einen zusätzlichen „Vogel“ Stempel.

Seine Pfeifen – egal, ob neu oder als Estate – gehören zu den begehrtesten Stücken der Sammlerwelt. Wir sind froh und stolz, einige in unserem Sortiment zu haben.

 

Rosenmontag (12.02.) geschlossen!

Das Herz des deutschen Karnevals, da besteht überhaupt kein Zweifel, schlägt in Düsseldorf, und auch weltweit können uns allenfalls noch Rio und Venedig das Wasser reichen…

Glauben Sie nicht? Würden wir jetzt auch nicht drauf schwören. Aber: Am Rosenmontag, dem 12. Februar, herrscht in der Stadt Ausnahmezustand. Im Rheinland ist das ein halboffizieller Feiertag, und daher bleibt unsere Lounge geschlossen. Auch Kundenservice und Versand arbeiten an diesem Tag nicht. Unsere Logistikpartner kämen ohnehin nicht zu uns, da weite Teile der Düsseldorfer Innenstadt aufgrund des Karnevalszugs gesperrt sind.

Wir selbst sind eher so „semi-jeck“, unser Herz schlägt erstmal für Zigarren und dann erst für den Karneval. Deshalb bleibt an allen übrigen Tagen des närrischen Wochenendes alles wie immer: Öffnungszeiten ganz regulär und in der Lounge herrscht statt Pappnase und Partyschlager gemütlicher Zigarrengenuss in entspannter Atmosphäre.

In diesem Sinne: Düsseldorf Helau!