Per Georg Jensens Legacy Collection jetzt in Deutschland erhältlich

Per G. Jensen und die Legacy Collection – ein neues Kapitel für einen alten Namen

In der Welt des Pfeifentabaks gibt es nur wenige Blender, deren Name so eng mit der modernen Tabakgeschichte verbunden ist, wie der von Per G. Jensen. Über Jahrzehnte hat er hinter den Kulissen gearbeitet, Mischungen entwickelt und Marken geprägt. Mit der Legacy Collection, die nun auch in Deutschland erhältlich ist, tritt er stärker denn je unter eigenem Namen auf – und verbindet seine persönliche Geschichte mit neuen Tabakkompositionen.

Die Geschichte beginnt nicht in einer Tabakfabrik, sondern in einer dänischen Pfeifenmanufaktur. Per Jensen wuchs als Sohn des Pfeifenmachers Per Georg Jensen auf, der in den 1950er-Jahren eine eigene Pfeifenproduktion aufbaute. Schon als Kind verbrachte Jensen viel Zeit in der Werkstatt seines Vaters. Bereits mit neun Jahren half er dort mit und lernte früh, wie viel Handarbeit, Geduld und Erfahrung hinter einer guten Pfeife stecken.

Sein Vater war nicht nur Pfeifenmacher, sondern auch ein leidenschaftlicher Pfeifenraucher. Diese Atmosphäre prägte Jensen nachhaltig. Pfeifen, Tabak und das Handwerk dahinter gehörten für ihn von Anfang an zum Alltag.

Nach dem Tod seines Vaters übernahm die Familie die Manufaktur. Per Jensen führte den Betrieb gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Schwester weiter. Rund zwei Jahrzehnte lang leitete er die Pfeifenproduktion, bevor sich die Wege schließlich änderten und die Marke verkauft wurde.

Die Jahre in der Werkstatt waren prägend. Wer einmal gelernt hat, wie Pfeifen entstehen, entwickelt auch ein anderes Gefühl für Tabak: Brennverhalten, Schnittarten und Tabakfeuchtigkeit sind plötzlich keine abstrakten Begriffe mehr, sondern Teil eines funktionierenden Ganzen.

Nach dem Ende der Pfeifenmanufaktur wechselte Jensen endgültig in die Welt des Tabaks. Sein neuer Arbeitsplatz wurde Mac Baren in Dänemark, wo er über zwei Jahrzehnte als Blender tätig war. Dort entwickelte er zahlreiche bekannte Mischungen und prägte den Stil des Hauses maßgeblich mit. Besonders Serien wie die HH-Reihe tragen deutlich seine Handschrift. Auch der Amphora Virginia ist seine Idee – und bislang sein meistgerauchter Lieblingstabak.

Während dieser Zeit wurde Jensen zu einer der prägendsten Figuren der modernen dänischen Tabakschule. Diese steht traditionell für sorgfältig komponierte Mischungen mit klarer Tabakstruktur, moderater Stärke und ausgewogenem Rauchverlauf.

Mit der Zeit begann Jensen auch Projekte außerhalb der klassischen Mac-Baren-Linien umzusetzen. Nach der Übernahme von Sutliff durch Mac Baren entstanden mehrere Serien, an denen er maßgeblich beteiligt war, darunter die Pipe-Force-Blends.

Er etablierte auch eine eigene Linie: Die Viking-Collection, die in Zusammenarbeit mit Sutliff entstand. Nach der Übernahme durch die STG wurde leider die gesamte Produktion bei Sutliff eingestellt, damit auch die Viking-Collection.

Screenshot

Diese Phase markierte einen wichtigen Schritt: Jensen arbeitete zwar weiterhin für etablierte Marken, aber seine Rolle als eigenständiger Tabakentwickler wurde immer sichtbarer.

Nach strukturellen Veränderungen in der Branche und der Übernahme von Mac Baren durch die Scandinavian Tobacco Group orientierte sich Jensen neu. Der nächste Schritt führte ihn zu Cornell & Diehl in den USA, wo er gemeinsam mit Blender Jeremy Reeves an einer neuen Tabaklinie arbeitete.

Aus dieser Zusammenarbeit entstand schließlich die Per G. Jensen Legacy Collection – eine Serie, die bewusst als persönliches Projekt angelegt ist. Die Mischungen verbinden amerikanische Tabaktradition mit der klassischen dänischen Blending-Philosophie.

Die Idee hinter der Legacy Collection

Der Name der Serie ist kein Zufall. Die vier Blends der Legacy Collection sind eine Hommage an Jensens Vater und an die frühen Jahre seiner eigenen Pfeifenerfahrung. Viele Details der Serie beziehen sich auf das Leben von Per Georg Jensen – etwa seine Zeit in der dänischen Marine oder seine Tätigkeit im Hafen von Kopenhagen.

Jede Dose erzählt daher ein kleines Stück Familiengeschichte. Die Mischungen orientieren sich teilweise an Tabakstilen, die sein Vater besonders gerne geraucht hat.

Vier Mischungen – ein persönliches Projekt

Die Legacy Collection umfasst vier unterschiedliche Blends:

  • King’s Watch – eine helle Virginia-Flake-Mischung im klassischen Stil
  • Harbour Dreams – ein Burley- und Virginia-Blend mit nussigen und leicht schokoladigen Noten
  • Port Guardian – ein Red-Virginia-Flake mit natürlicher Süße und feinen Gewürznuancen
  • Brothers in Arms – eine kräftigere Mischung mit Dark-Fired Kentucky, Perique und Orienttabaken mit wenig Latakia

Gemeinsam zeigen sie, wie sich dänische Tabaktradition mit amerikanischen Rohstoffen und Produktionsmethoden verbinden lässt.

Zunächst waren wir sehr skeptisch, als wir davon hörten, das ausgerechnet C&D die neuen Jensen-Blends herstellen soll. Zu unterschiedlich, zu konträr schien uns die Stilistik. Doch C&D hat es geschafft, den eleganten, elaborierten dänischen Stil von Per gut zu übernehmen und so etwas ganz eigenes zu schaffen.

Ein Lebenswerk in vier Dosen

Die Legacy Collection wirkt deshalb weniger wie eine gewöhnliche Neuerscheinung. Sie ist eher eine Art Zusammenfassung eines langen Weges: vom Sohn eines Pfeifenmachers über den Betreiber einer Manufaktur bis zum international bekannten Master Blender.

Mit diesen Mischungen schließt sich gewissermaßen ein Kreis. Denn am Anfang stand eine kleine Werkstatt in Dänemark – und die Faszination für Pfeifen und Tabak, die dort ihren Ursprung nahm.

Heute trägt dieser Weg einen Namen auf der Dose: Per G. Jensen.

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar