Ein ungewöhnliches Wochenende für Pfeifenfreunde: Worth und Como zeitgleich im Juni 2026
Am Wochenende des 20. Juni 2026 steht die Pfeifenwelt vor einer seltenen Situation: Zwei bedeutende Veranstaltungen finden zeitgleich statt. Während sich im schleswig-holsteinischen Worth die norddeutsche Pfeifenszene trifft, feiert am Comer See in Italien eine neue internationale Messe ihre Premiere. Für viele Pfeifenraucher, Sammler und Pfeifenmacher bedeutet das eine durchaus schwierige Entscheidung. (pfeifenmesse-worth.de)

Worth: Familiäre Atmosphäre mit handwerklichem Schwerpunkt
Die Pfeifenmesse in Worth hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Termin im Kalender vieler deutscher Pfeifenraucher entwickelt. Ursprünglich entstand die Veranstaltung als Gedenktreffen für den legendären Pfeifenmacher Rainer Barbi. Mittlerweile hat sie sich zu einer etablierten Messe entwickelt, ohne dabei ihren familiären Charakter verloren zu haben.
Am 20. Juni 2026 öffnet die Messe erneut ihre Tore in der Eventscheune in Worth. Der Schwerpunkt liegt traditionell auf handwerklich arbeitenden Pfeifenmachern aus Deutschland, Dänemark, der Schweiz und dem Elsass. Anders als viele größere Veranstaltungen steht hier nicht der Handel mit Estates im Vordergrund, sondern der direkte Austausch zwischen Pfeifenmachern und Besuchern, und deren handgemachte Pfeifen.
Gerade diese persönliche Atmosphäre macht den Reiz der Veranstaltung aus. Viele Besucher kommen nicht nur zum Kaufen, sondern vor allem zum Fachsimpeln, Pfeiferauchen und Wiedersehen mit Freunden aus der Szene. Dennoch ist die Messe bei den Pfeifenmachern besonders beliebt, weil trotz der bescheidenen Größe gut von den Pfeifenrauchern gekauft wird.

Como: Italien startet ein internationales Prestigeprojekt
Zeitgleich findet vom 19. bis 21. Juni 2026 erstmals die „International Pipe Show“ in Como statt. Die Veranstalter verfolgen dabei einen deutlich internationaleren Ansatz. Im historischen Teatro Sociale mitten in der Altstadt von Como sollen Pfeifenmacher, Sammler und Händler aus aller Welt zusammenkommen.
Die Messe versteht sich als Schaufenster für hochwertiges Pfeifenhandwerk auf internationalem Niveau. Inspiriert vom Geist der französischen Pfeifenstadt Saint-Claude möchten die Organisatoren einen Treffpunkt schaffen, an dem sich die besten Kunsthandwerker der Szene präsentieren können. Neben der eigentlichen Ausstellung sind Werksbesichtigungen, Abendveranstaltungen und zahlreiche Möglichkeiten zum Networking geplant.
Dass als Veranstaltungsort ausgerechnet Como gewählt wurde, kommt nicht von ungefähr. Die Region gehört seit Jahrzehnten zu den Zentren italienischer Pfeifenkultur und hat zahlreiche bekannte Pfeifenmacher hervorgebracht.

Konkurrenz oder Bereicherung?
Die Terminüberschneidung dürfte für einige Aussteller und Besucher problematisch sein. Pfeifenmacher können nicht gleichzeitig an beiden Orten präsent sein. Auch Sammler, die gewöhnlich mehrere europäische Messen besuchen, werden sich entscheiden müssen.
Andererseits zeigt die Situation auch, wie lebendig die Pfeifenszene trotz aller Herausforderungen geblieben ist. Noch vor wenigen Jahren wäre es kaum vorstellbar gewesen, dass an einem einzigen Wochenende zwei Veranstaltungen dieser Größenordnung stattfinden.
Während Worth für Bodenständigkeit, persönliche Gespräche und die deutsche Pfeifenmacher-Szene steht, setzt Como auf internationales Flair und hochklassiges Kunsthandwerk. Beide Veranstaltungen verfolgen unterschiedliche Konzepte und sprechen teilweise auch unterschiedliche Zielgruppen an.

Ein gutes Zeichen für das Pfeiferauchen
Letztlich profitieren Pfeifenraucher von dieser Entwicklung. Die gleichzeitige Existenz einer etablierten, familiären Messe im Norden Deutschlands und einer neuen internationalen Veranstaltung in Italien zeigt, dass das Interesse an handgemachten Pfeifen weiterhin groß ist.
Ob man sich nun für Worth oder Como entscheidet – am Wochenende des 20. Juni 2026 wird die europäische Pfeifenwelt auf jeden Fall in Bewegung sein. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft: Das Pfeifenhandwerk lebt, entwickelt sich weiter und findet auch im Jahr 2026 neue Wege, Menschen zusammenzubringen.